Versandhandel erneut im Plus
Steigender Internetumsatz bringt Versendern Rückenwind

Die Versandhandelsbranche in Deutschland hat im Jahr 2000 ein Umsatzplus von 1,7 % erreicht. Damit ist der Branchenumsatz von 40,9 Mrd. im Jahr 1999 auf 41,5 Mrd. D-Mark gestiegen. Diese Zahlen gab der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (BVH) auf seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt. Gefestigt zeigt sich insbesondere der Sortiments-Versandhandel, der nach einigen mageren Jahren nun schon im zweiten Jahr in Folge seinen Umsatz um 1,1 % gegenüber dem Vorjahr steigern konnte. Deutlich im Plus befinden sich erneut auch die Katalogspezialversender, die "Fachhändler" unter den Versendern. Sie konnten nach + 0,9 % im Jahr 1999 sogar eine Umsatzsteigerung von 4,4 % im Jahr 2000 für sich verbuchen. "Auch wenn das Halbjahresergebnis noch mehr verhieß, können wir insgesamt zufrieden sein: Der Versandhandel ist zuletzt vor 7 Jahren prozentual so stark gewachsen", kommentierte der Präsident des BVH, Klaus Wirth, das Abschneiden seiner Branche im Jahr 2000. In der ersten Jahreshälfte lagen die Versender sogar mit 4,5% im Plus, im zweiten Halbjahr aber wurde das Konsumklima durch neue Belastungsfaktoren getrübt. Die Erhöhung der Ökosteuer und der drastische Anstieg des Ölpreises bremsten das Kaufverhalten der Verbraucher, wovon auch der Versandhandel nicht unberührt blieb.

Die dennoch erreichte Umsatzsteigerung führen die Versender auch auf das rasant wachsende Internetgeschäft zurück. Während im gesamten Einzelhandel die Konsumenten nur 0,5% ihres Budgets per Mausklick ausgeben, liegt diese Zahl beim Versandhandel wesentlich höher. 2,1 Mrd. D-Mark, das entspricht einem prozentualen Anteil von 5,3% am gesamten Branchenumsatz, setzten die Mitglieder des BVH 2000 im Internet-Geschäft mit dem Endkonsumenten um. Den Erfolg dieser Zahlen beschreibt Wirth so: "Wir gewinnen durch das Internet ständig neue Kunden, wir erhöhen unsere Kundenbindung und verfeinern stetig die Kundenansprache". Hinter diesem Erfolgsrezept steht die gesamte Leistungskette der Distanzhändler. Bestellt ein Kunde elektronisch, fließt seine Bestellung in genau die gleiche Leistungsabfolge ein wie eine Katalog- Bestellung per Telefon, Fax oder Brief. Sämtliche Strukturen sind bereits geschaffen, von der Bestellannahme, der Kundenbetreuung, der Lagerhaltung und Logistik bis hin zu allen After-Sales-Aktivitäten. "Dadurch bringt uns das Internet Gewinne", erklärte der BVHPräsident. Wichtig vor allem, so Wirth weiter, ist die Verknüpfung zwischen Online- und Offline-Geschäft, zwischen Internet und Katalog. "Wir bieten dem Kunden den Kanal an, über den er gerade in diesem Moment am liebsten bestellen möchte".

In rechtlicher Hinsicht steht dem gesamten Einzelhandel in diesem Jahr die Einführung neuer Wettbewerbsbedingungen ins Haus, die Abschaffung des Rabattgesetzes und der Zugabeverordnung. Die deutsche Handelslandschaft ist seit Jahren durch eine außerordentlich hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet, in der knappe Margen kaum mehr Spielraum lassen. "Der Versandhandel kann und wird sich nicht in eine Rabattspirale hineindrängen lassen", betonte Wirth. Er kündigte an, dass die Versandbranche ihrer bewährten Strategie folgen wird, nämlich einen Wettbewerb über Leistung anstatt über Konditionen zu führen und das bei einem konstant niedrigen und transparenten Preisniveau.

Für das Jahr 2001 erwarten die Mitglieder des BVH ein freundlicheres Konsumklima und einen Anstieg des Umsatzes in Höhe von 2,2%. Der Sortimentsversandhandel rechnet mit +1,5%, der Spezialversand geht sogar von einer Umsatzsteigerung um 5,8 % aus.

Dateien zum Download:
presse_07_03_01.pdf (10.1 kb)

Nach Oben

01/13

  01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
28 29 30 31  
  • loading Twitter...
  • twitterBird
  • weiter

Partner des bvh