Ist die Erweiterung steuerlichen Herstellungskostenbegriffs bereits für den Jahresabschluss 2012 relevant?

verfasst am 19.03.2013 von Katrin Triebel

Steueränderungen

Die in den EStÄR 2012 (Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien 2012, BR-Druck  681/12 vom 2.11.2012) vorgesehene Erweiterung des steuerlichen Herstellungskostenbegriffs  führt in vielen Unternehmen zu Unsicherheiten, was die Ermittlung der Herstellungskosten betrifft und ob für die Warenbewertung die neue Definition der Herstellungskosten bereits für den Jahresabschluss 2012 gilt.

Für den Jahresabschluss 2012 spielt die neue Definition der Herstellungskosten in der Fassung der EStÄR 2012 noch keine Rolle. Der Bundesrat hatte am 14. Dezember 2012 den EStÄR 2012 wegen geringfügiger  Änderungen  nur unter Vorbehalt zugestimmt, so dass sie frühestens 2013 in Kraft treten werden.

Was hat sich bei den Herstellungskosten geändert?

Nach den EStÄR 2012 sind folgende Kostenarten steuerlich nun zwingend in die Herstellungskosten einzubeziehen  und in der Steuerbilanz zu aktivieren:

1. Kosten für allgemeine Verwaltung (Aufwendungen für Geschäftsleitung, Einkauf und Wareneingang, Betriebsrat, Personalbüro, Ausbildungs- und Nachrichtenwesen, Rechnungswesen, Werkschutz, Feuerwehr, allgemeine Fürsorge, Betriebskrankenkasse)

2. Aufwendungen für soziale Einrichtungen (Aufwendungen für Kantine, Essenzuschüsse, Betriebskindergarten etc.)

3. Kosten für freiwillige soziale Leistungen (Aufwendungen, die nicht arbeits- oder tarifvertraglich vereinbart wurden – bspw. Jubiläumsgeschenke und Weihnachtszuwendungen)

Fazit: Die neue Aktivierungspflicht bei den Herstellungskosten wird zu einem deutlich höheren steuerlichen Gewinn führen, weil die Kosten bisher als sofort abziehbare Betriebsausgaben verbucht werden durften. Sobald die EStÄR 2012 in Kraft tritt, sollten für die ab diesem Zeitpunkt hergestellten Waren neue Kostenstellen eingerichtet und die neuen, aktivierungspflichtigen Kosten einbezogen werden. Andernfalls könnte es ohne Kostenstellen zu einer Schätzung der aktivierungspflichtigen Herstellungskosten durch das Finanzamt kommen, was nicht unbedingt ein Vorteil sein dürfte.

Weitere Informationen zur Thematik können Sie in der letzten Ausgabe der Zeitschrift "Steuern in Handel" nachlesen.

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