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Kinneviks Quartalszahlen und E-Commerce in Deutschland

verfasst am 22.07.2013 von Christoph Wenk-Fischer

Der Schwedische Investor Kinnevik hat seine "Quartalszahlen" für das zweite Quartal 2013 vorgelegt. Kinnevik ist weltweit an Medien-, Telekommunikations- und E-Commerce-Aktivitäten beteiligt. Der Schwerpunkt liegt auf West Europa, wo 56 % des Kapitals investiert sind. An Nummer zwei liegt Lateinamerika mit 23 %, gefolgt von Ost Europa mit 10 %, Afrika mit 8 %, Asien mit 2 % und Nord Amerika mit 1 %. In Deutschland ist Kinnevik u.a. an Rocket Internet, Zalando und Home24 beteiligt. So sind seine Zahlen natürlich spannend für uns. Ich will sie hier kurz vorstellen:

Die Investmentsumme von 55,5 Mrd. Schwedischer Kronen (entspricht 6,47 Mrd. Euro, entspricht 8,51 Mrd. USD) ist zu 30 % in Online-Aktivitäten investiert, wobei jüngst die Option gezogen wurde, um einen weiteren Zalando-Anteil von 3,5 % zu erwerben (und damit das Anteilsverhältnis vor "Verwässerung" im Rahmen einer Kapitalerhöhung zu schützen?). Direkt ist Kinnevik nach eigener Aussage zu 29 % an Zalando beteiligt, über Rocket Internet mittelbar zu weiteren 9 %. Bei Home24 liegt die direkte Beteiligung bei 24 %, die indirekte bei 12 %.

Und? Wie ist es für Kinnevik im zweiten Quartal 2013 gelaufen? Genaue Zahlen dazu gibt es nicht, nur die Feststellung eines "Strong balance sheet", einer Netto-Verschuldung von 500 Millionen Schwedischer Kronen (entspricht 58,32 Millionen Euro) und der Vorschau auf neue Investitionen in Höhe von einer Milliarde Schwedischer Kronen (entspricht 116,64 Millionen Euro) im zweiten Halbjahr 2013 mit einer Hebelwirkung von 2 Milliarden Schwedischer Kronen (entspricht 233 Millionen Euro) für die Anteilseigner, und das bei einem "Bar-Vermögen" (Cash & verfügbarerer Kreditrahmen) von 8,1 Mrd Schwedischer Kronen (entspricht 945 Millionen Euro). Offensichtlich läuft es aber gut, denn als Zielvorgabe wird ausgegeben, jährlich eine sich ständig steigernde Dividende auszuzahlen. Begründet wird dies mit sich weiter steigerndem Online-Wachstum.

Für Zalando gibt Kinnevik eine Umsatzsteigerung von 214 Millionen Euro im ersten Quartal auf 372 Millionen Euro im zweiten Quartal (um 74 %) an. Der Fokus liege dabei auf der operativen Exzellenz. Im DACH-Markt sei der Break Even im Jahr 2012 erreicht worden. Neue Sortimente und Länder gewinnen an für Zalando schnell Bedeutung. Ca. 50 % des Geschäftes findet außerhalb Deutschlands statt - aktuell in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Polen, Frankreich, Schweiz, Österreich, Spanien und Italien. Ca. 50 % des Geschäftes erfolgt mit neuen Sortimenten. Die durchschnittliche Retourenquote wird mit 50 % angegeben. In Deutschland erfolgt der Versand ab diesem Somemr aus drei Logistikzentren in Brieselang, Erfurt und neu Mönchengladbach. Der Multiple für den Marktwert der Zalando-Beteiligung wird mit 2,0 angenommen, ergibt 10,343 Mrd. Schwedische Kronen, entspricht 1,2 Mrd. Euro), der für Home24 mit 0,8. Für Home24 wird ein Umsatzvolumen von 550 Millionen Schwedische Kronen in 2012 (entspricht 64,15 Millionen Euro) und ein Marktwert von 492 Millionen Schwedische Kronen (entspricht 57,39 Millionen Euro) angegeben.

Wichtig ist für Kinnevik eine Fokussierung auf den digitalen Kunden, eine Verbesserung der Online-User-Experience. Sortiment und "Convenience" sind für Kinnevik der Schlüssel zu Kundentreue. Kinnevik sieht ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes und des verfügbaren Einkommens in wachsenden Märkten und eine Zunahme der Mobile-Aktivitäten - die mobile Plattform gewinnt an Wichtigkeit - und des Vertrauens in Zahlungslösungen.

Christoph Wenk-FischerPermalinkKommentare 0
Tags: zalando, home24, umsatz, beteiligung, investor, rocket internet
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Marken, Onlinehandel und die Zukunft des Category Management

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 21. Mai 2013

Im heute veröffentlichten globalen Markenranking "BrandZ Top 100" von Millward Brown ist die Modemarke Prada nach einer Markenwertsteigerung um 63 Prozent auf 9,5 Mrd. Dollar auf Rang 95 in die Rangliste eingezogen. Nicht deshalb ist Prada allerdings auch großes Thema in der aktuellen Ausgabe der "Textilwirtschaft", sondern wegen der klaren Absage an den Verkauf über Internet.

Trotz der Absage - oder vielleicht gerade deshalb - wird Prada wertvoller. Und das zu einer Zeit, wo Luxus im Internet zu boomen beginnt und die exzellenten Online-Marketer mit Shops wie Emeza.de die Premium-Kategorien mit Macht erschließen wollen. Das wirft ein Schlaglicht auf das weiterhin schwierige Verhältnis von Marken und Internet. So gibt es seit vergangenem Jahr dem Vernehmen nach vermehrt Fälle, in denen Markenhersteller Händlern den Vertrieb über das Internet oder zumindest über bestimmte Plattformen verbieten. Ziel ist es dabei, den Preis zu halten und die Marke nicht in ihrem Wert zu verwässern. Preis und Zugang konstituieren den Luxus-Faktor.

Auf einer ganz anderen Ebene aber steht die Frage, wie sich Marken, die den Onlinehandel ausschließen oder einschränken, das Category Management vorstellen. CM war noch vor einigen Jahren auch im Versandhandel ein Modernisierungs-Ansatz, mit dem der Graben zwischen Einkauf und Verkauf überwunden werden sollte. Der bzw. die Hersteller sollten bei der Zusammenstellung und Optimierung der Kategorien beratend mitwirken; die Rollen wurden bis hin zum Category Captain sauber definiert.

Und dann kommt das Internet, in dem keine Regalmeter mehr zu bewirtschaften sind und Frequenzzonen zunehmend dynamisch bestückt werden. Und wo der Einsprung häufig beim Produkt erfolgt, aus einer Customer Journey heraus, die kurzerhand die Eingangszone und den Lauf überspringt. Das Internet, das mit dem Longtail und namentlich Amazon scheinbar - scheinbar! - den Category Killer schlechthin hervorgebracht hat.

In einer Befragung von 140 Händlern und Herstellern hat - der Zurückhaltung gegenüber dem Internet zum Trotz - schon 2012 die Unternehmensberatung McKinsey festgestellt, dass sich der Fokus von Category Management und ECR-Initiativen ändert:

"Während derzeit noch die meisten erfolgreichen Projekte auf der Vertriebs- und Sortimentsseite liegen, zeichnet sich eine Verschiebung zu Supply-Chain-Themen ab. Die Umfrage ergab, dass Themen rund um Bedarfsplanung, Logistik und Prozessoptimierung an Bedeutung zunehmen. Der digitale Projektbereich, der derzeit noch keine Rolle in der Zusammenarbeit spielt, wird von den meisten Befragten als Topzukunftsthema genannt," so das Fazit der Studie.

Schaut man genauer, welche Themen das Category Management künftig beschäftigen, sind es genau die Punkte, die das Online-Geschäft vom klassischen Handel unterscheiden: Consumer- und Shopper-Journey, E-/M-Commerce, Social Media und neue digitale Inhalte, und eben das komplexe Multichannel-Sortimentieren mit einem potentiell unbegrenzten Warenbestand.

Geht man auf den ursprünglichen Gedanken des Category Managements zurück, dann werden die Marken sich der Frage stellen müssen, wie sie mit den Marktplätzen umgehen, ob sie diese im Interesse valider Aussagen zum Onlinehandel wirklich ausschließen können. Denn die vergangene Woche vom bvh vorgestellten Quartalszahlen zeigen auch ganz eindeutig, dass Marktplätze aus Kundensicht in vielen Fällen nicht nur zur Customer Journey dazu gehören, sondern auch wichtigster Kaufort im Internet geworden sind.

Wenn die Customer Journey in hohem Maß über die Marktplätze oder zu ihnen hin führt, ist für die Marken eine effiziente Antwort auf die Kundenbedürfnisse ein Verkauf oder eine Präsenz ebendort. Selbst dann, wenn das Category Management Umsatz und Ertrag der mit einander verklammerten Händler und Hersteller optimieren sollte. Die Sorge vor dem Preisverfall reicht nur so weit.

Alle Sorgen von Händlern, dass sie irgendwann an den Rand gedrängt werden könnten, sind also voll berechtigt. Sie werden für die Marken als Partner künftig um so wichtiger, je besser und genauer sie selbst mit den Marken auch solche Daten des Online-Vertriebs teilen und gemeinsam optimieren können. Sie können so ihre Relevanz als Vertriebspartner der Marken nachweisen.

Dass Hersteller Händler auch kurzerhand auslisten, haben sie in diesem Jahr schon verschiedentlich gezeigt. Eine schlüssige Strategie lässt sich aus den Fällen derzeit nach meinem Eindruck nicht erkennen. Oder anders gesagt: Es wird eine sehr angespannte Partnerschaft zwischen Händlern, Marken und Marktplätzen bleiben.

Auf dem "etailment Summit 2.013" diskutieren Vertreter von Marken, Handel und Institutionen diese auch ordnungspolitisch relevante Thematik.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 1
Tags: category management, marken, onlinehandel, internet
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Auch Senioren schätzen Pureplayer

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 29. November 2012

Im Mehrjahres-Vergleich zeigt sich das massive Wachstum der Internet-Pureplayer in der hier beobachteten Zielgruppe der über 60jährigen. (c) 2012 bvh

Eigentlich sollten ARD und ZDF zufrieden sein: Sie haben zwar den Ruf des Kukident-Fernsehens, aber schließlich weiß der Soziodemograph, wo das Geld sitzt: Bei den Best-Agern. Auf die zielt jetzt Sat 1 Gold, ein Zielgruppen-Sender für die 49-64jährigen. Und was machen ARD und ZDF? Sie planen einen Jugendsender.

Kohorten zu bilden macht Sinn. Auch für unsere Branche ist es ja richtig, dass man den Kunden im Lebenszyklus nicht aufgeben will. Deshalb hat beispielsweise das Versandhaus Walz zwischen das Junge-Familien-Konzept "Baby-Walz" und die "Moderne Hausfrau" später "Walz-Kidzz" und "Crea-Walzz" geklemmt (heute sind die Titel zusammengelegt) und am Ende mit "Sunny-Walz", heute Walzvital, abgerundet.

Inzwischen ist der Markt offenbar reif für Internet-Konzepte, die stark auf Senioren setzen. Bislang mag man auf die "Alten" als sichere Bank des Multichannel-Versandhandels geblickt haben: Im Katalog-gebundenen Versandhandel sozialisiert, bleiben sie diesem Bestellumfeld überwiegend treu.

Oder doch nicht? Ich habe mir die Feindaten unserer seit Jahren durchgeführten Verbraucher-Studien angesehen, die wir jedes Jahr aktualisiert vorstellen. Und da zeigt sich ein durchaus differenziertes Bild.

  • Die Universalversender haben ihre Durchdringung in der Senioren-Zielgruppe in den letzten fünf Jahren halbiert. Das mag auch darauf zurückzuführen sein, dass sich die Zahl der Universalversender deutlich verringert hat und einige bestehende ihren Fokus auf jüngere Zielgruppen legen (ARD und ZDF lassen grüßen).
  • Im Vergleich noch einigermaßen stabil zeigen sich die Spezialversender, die allerdings inzwischen von den großen "Gewinnern" in der Senioren-Zielgruppe attackiert werden:
  • Die Internet-Pureplayer haben als Kaufort in der Nennung die Universalversender im Jahr 2011 überrundet. Und die Trendlinie in der Grafik oben weist deutlich nach oben.

Natürlich darf man diese Daten nicht überstrapazieren. Eine Verbraucher-Befragung verzerrt zuweilen Trends. Es braucht dennoch nicht viel Phantasie, um für die nächsten Jahre einen noch deutlicheren Zuwachs für die Pureplayer zu erwarten. Denn einerseits wächst das Internet in dieser Zielgruppe allein durch die Erhöhung der Nutzerzahlen. Zum anderen  rücken jedes Jahr mehr Menschen in die Kategorie der "Senioren" nach, die das Internet selbstverständlich bedienen.

Wer in diesem Ökosystem vollständig zuhause ist, kann - Multichannel-Effekte hin oder her - auf Kosten der anderen wachsen. Denn auch bei den Senioren steigt das frei verfügbare Einkommen nicht, weil trotz der versprochenen Renten-Anhebungen bestenfalls die Inflation ausgeglichen wird.

Wenn ProSieben Sat1, die das Konzept "Media for Equity" in Deutschland massiv durchgesetzt haben, es richtig macht, können im "Gold"-Umfeld schnell skalierende Online-Konzepte für Senioren gelingen.

Die bisher mit einer noch eher traditionellen Kundschaft gesegneten Anbieter haben jetzt die Chance, ihre Systeme auf diese neue Zeit hin auszurichten. Die Zeit läuft.

 

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: senioren, internet, pureplayer, multichannel
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