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Potemkinsche Dörfer? Kriterien für die "eTown" der Zukunft

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 16. Mai 2013
Lösungen für den Handel 2020 - Beiträge mit diesem Icon kennzeichnen Themen, die auf dem etailment Summit 2.013 in Berlin diskutiert werden.

Zum zweiten Mal hat Google gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln besonders Internet-affine, kreisfreie Städte ermittelt und daraus zehn „eTowns“ ausgezeichnet. Das sind solche Städte, die gegenüber dem regionalen Umfeld deutlich höhere Werte der Online-Indiktatoren ausweisen. In diesem Jahr sind dies:

  • • Dresden (PLZ-Gebiet 0)
  • • Brandenburg an der Havel (PLZ-Gebiet 1)
  • • Kiel (PLZ-Gebiet 2)
  • • Kassel (PLZ-Gebiet 3)
  • • Osnabrück (PLZ-Gebiet 4)
  • • Koblenz (PLZ-Gebiet 5)
  • • Frankenthal (PLZ-Gebiet 6)
  • • Landau (PLZ-Gebiet 7)
  • • Ingolstadt (PLZ-Gebiet 8)
  • • Erfurt (PLZ-Gebiet 9)

Nun ist jede Auszeichnung nur so aussagekräftig wie die zu Grunde liegenden Kriterien. Sie werden hier aus dem seit 2011 erhobenen Business Model Monitor Digital des IW und der BITKOM und dem Zuwachs an AdWords-Nutzern ermittelt.

Damit misst der eTown-Award solche Städte, die relativ mehr Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad haben als ihr Umfeld und auch das Internet im Vergleich aktiver für den Ausbau des Geschäftserfolgs nutzen.

So weit, so „e“. Toni Heide, der in Dresden – einer der eTowns 2013 – Fruchtsaft-Konzentrat unter der Domain deinsaft.de produziert und vertreibt, lobt denn auch die Möglichkeiten, durch den konsequenten Einsatz von Onlinewerbung regionale Bekanntheit zu erreichen und überregional Kunden zu gewinnen.

Auf meine Frage, ob der eigentliche Akt der „Gründung“ von deinsaft.de mit seinen diversen Behördengängen ein digitaler Prozess war, gilt auch für die eTown Dresden: ein komplett analoger Weg.

So erinnert mich diese Betrachtung der eTown an schön herausgeputzte Fassaden, die alte Bausubstanz verbergen. Wenn überhaupt welche da ist. 

So what? Aus eigener Erfahrung gesprochen: In Berlin wird, verglichen mit Bonn, in den Ämtern und Behörden noch in Keilschrift gemeisselt. Dem Online-Gründerboom tut dies keinen Abbruch. Man sollte digitale Prozesse in der Verwaltung als Standortfaktor also nicht überbewerten.

Aber wenn es um die Stadtentwicklung außerhalb der Boom-Städte geht, können solche entschiedenen Hinwendungen zum Internet als Leitmedium dann doch Investitionen anlocken. Für die Ansiedlung eines Großbetriebes werden Bebauungspläne geändert und Autobahnzufahrten verlegt. Was ist die digitale Autobahnzufahrt?

Genau hier hakt es häufig. Stadtentwickler sehen im Internet, wenn nicht eine Bedrohung, so doch bestenfalls ein notwendiges Übel. Eine Website muss sein, klar. Aber zu welchem Zweck, wie optimiert, mit welchen KPIs - das ist oft nicht zu erkennen.

Als ein Verfechter des Subsidiaritätsprinzips habe ich damit zunächst keine Schwierigkeiten. Onlinehändler zahlen zuweilen selbst für die Autobahnanbindung des Logistikzentrums. Geschäftsmodelle wie kaufda.de oder lokale Shopping-Apps wie Gettings oder, natürlich, Google springen dort ein, wo die Werbegemeinschaften mangels Knowhow oder Affinität passen müssen.

Für den Händler bedeutet das letztlich die Entscheidung, wer künftig der relevantere Werbepartner ist. Den kann er sich aussuchen. Die Stadtverwaltung nicht. Oder doch?

Eine eTown anhand der Werbeaktivität oder der digitalen Ausrichtung der Unternehmen zu bewerten, liefert also einen wichtigen Indikator: Auf solchem Nährboden können die Netzwerke wachsen, die Innovation treiben.

Dazu zählt aber auch, ob eine Stadt selbst die Chancen ergreift und die Infrastruktur baut, die eine Region beschleunigt. Dabei geht es nicht um das Verlegen von Glasfaserkabeln oder die Einrichtung von „Free Wifi“-Zonen. Es geht auch nicht darum, neue Firmen mit einem „e“ vor dem Namen in die Region zu ziehen. Sondern darum, die bestehenden Wirtschaftsunternehmen darin zu unterstützen, die Digitalisierung zu bewältigen: durch gezielte Investitionen, Förderung von Qualifizierungsinitiativen, eigene Best Practice darin, als Stadt „relevant“ zu werden oder zu bleiben.

Deutschland – sagte Alastair Bruce von Google heute bei der Vorstellung der eTowns 2013 – hat eine große Stärke gerade in seiner Regionalisierung. Diese Stärke kann man nur mit dem Internet bewahren, nicht dagegen. Das ist die Herausforderung u.a. für den Deutschen Städte- und Gemeindenbund. Dass dieser die eTowns-Studie unterstützt, werte ich als positives Signal.

Zum Thema „Regionales Online-Marketing“ veranstaltet der bvh gemeinsam mit der Unternehmensberatung elaboratum am 6. Juni 2013 ein eigenes Seminar. Mehr Informationen gibt es hier, die Anmeldung erfolgt direkt bei elaboratum.

Auf dem etailment Summit am 6.+7. November wird die „Smart City“ eines der Leitthemen - aus Perspektive des Handels, der Services und der Kunden.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: etowns-award, google, etailment-summit, stadtentwicklung
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Google Analytics: 97% aller Websites nicht datenschutzkonform!

verfasst am 25. September 2012 von Sebastian Schulz


Diesen Oktober findet in Wien zum zweiten Mal die Internationale Google Analytics Konferenz statt. Im Raum D-A-CH handelt es sich dabei um eine in dieser Form einzigartige Veranstaltung.

Besonders in Deutschland galt der Einsatz von profilbasierten Trackingtools spätestens seit einem Beschluss der obersten Datenschutzaufsichtsbehörden aus dem Jahr 2009 als praktisch nicht umsetzbar. Der so genannte Düsseldorfer Kreis hatte seinerzeit deutlich gemacht, dass Tracking-Funktionen unter Verwendung der vollständigen IP-Adresse nur mit ausdrücklicher – d.h. vorher erteilter – Einwilligung der User zulässig sind. Zwischenzeitlich haben sich die obersten Datenschützer auf eine Vorgehensweise verständigt, die einen konformen Einsatz von Google Analytics nunmehr doch gewährleisten soll (dazu sogleich).

Verschiedene Landesdatenschutzbeauftragte haben für das Jahr 2012 der Überprüfung des datenschutz-konformen Einsatzes von Tracking-Tools oberste Priorität eingeräumt. Im Fokus soll dabei v.a. Google Analytics stehen. In einer im Bundesland Bayern bereits im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchung stellte sich bei 97% der überprüften Webseiten eine mangelhafte Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben heraus. Gesetzliche Vorgaben, die im Falle ihrer Missachtung bußgeldbewährt sein können. Nicht nur deshalb sollte bei jedem Kampagnentracking die Rechtskonformität des Einsatzes und der Laufzeit von Cookies sichergestellt sein. Aus aktuellem Anlass möchte ich deshalb (nochmals) auf die Schritte hinweisen, die von deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden sowie durch Google selbst für einen datenschutzkonformen Einsatz von Google Analytics als notwendig erachtet werden.

Google verweist in seinen Nutzungsbestimmungen unter Punkt 8.1 darauf, dass Websitebetreiber, die Google Analytics einsetzen, „an prominenter Stelle“ eine Datenschutzpolicy vorzuhalten haben, aus der u.a. der Umstand des Einsatzes und die Möglichkeit der Deaktivierung klar hervorgehen.

Auch aus rechtlicher Sicht sollten beim Einsatz von Google Analytics verschiedene Vorgaben beachtet werden: Sämtliche Tracking-Dienste, die von deutschen Websitebetreibern eingesetzt werden, müssen datenschutzrechtlichen Vorgaben und hier vor allem denen des Telemediengesetzes (TMG) entsprechen. Gemäß § 15 Absatz 3 TMG darf der Diensteanbieter für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Telemedien Nutzungsprofile bei Verwendung von Pseudonymen erstellen, sofern der Nutzer dem nicht widerspricht. Der Diensteanbieter hat den Nutzer auf sein Widerspruchsrecht im Rahmen der Unterrichtung hinzuweisen. Diese Nutzungsprofile dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden.

Hierauf aufbauend hatten sich Google und die zuständige Hamburger Datenschutzaufsichtsbehörde im September des vergangenen Jahres auf die folgenden Guidelines geeinigt, die auch für den Webseitenbetreiber (weitere) Pflichten mit sich bringen. Im Einzelnen:

  1.  Jeder User muss  die Möglichkeit haben, gegen die Datenerhebung und -verwendung widersprechen zu können. Das von Google hierzu entwickelte Browser-Add-On steht hier zum Download zur Verfügung. Die Aufsichtsbehörden gehen davon aus, dass der Webseitenbetreiber hierauf zumindest in der Datenschutzerklärung aufmerksam macht.

  2. Der Websitebetreiber muss mit der Google Deutschland GmbH einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen. Der Vertrag muss den strengen Vorgaben des § 11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)  genügen. Google hält im Internet einen vorformulierten Vertragstext bereit, der jedoch nicht ohne vorherige Prüfung im Einzelfall als Grundlage herangezogen werden sollte.

  3. Der Webseitenbetreiber muss durch eine Konfiguration des Programmcodes von Google Analytics die Anonymisierung (Löschung des letzten Oktetts der IP-Adresse) durch Google veranlassen. Praktisch geschieht dies über die Ergänzung des Trackingcodes um die Funktion „_anonymizeIp()“.

  4. Bereits erhobene Altdaten müssen gelöscht werden. Hierfür muss Google beauftragt werden, das bestehende Google-Analytics-Profil zu löschen. Anschließend muss ein neues eröffnet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hierdurch eine neue Web-Property-ID bzw. ein neuer Trackingcode zugewiesen wird.

Ob Ihr Webauftritt den oben aufgezeigten Anforderungen genügt, kann jetzt jedenfalls von Websitebetreibern in Bayern durch die dortige Aufsichtsbehörde auf Anfrage überprüft werden. Hierzu genügt eine E-Mail mit Angabe der jeweiligen URL in der Betreffzeile an onlinepruefung@lda.bayern.de. Websitebetreiber mit Sitz in anderen Bundesländern sollten bei der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde nachfragen, ob dort ein ähnlicher Service angeboten wird. Welche Behörde für Ihr Unternehmen zuständig ist, finden Sie hier.

Sollten Sie Anregungen und weiterführende Fragen zur Thematik haben, schreiben Sie mir gern eine E-Mail an sebastian.schulz@bvh.info.

 

 

Sebastian SchulzPermalinkKommentare 0
Tags: google, analytics, tracking, targeting, datenschutz
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Lob der Faulheit

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 13. August 2012

 

Google überrascht mich dieser Tage mit einigen Neuerungen. Da ist z.B. das sog. Knowledge Graph Carousel, mit dem bei Suchanfragen statt der langen SERP-Reihen sinnvolle Resultate in Boxen (oder Fotos) oberhalb der eigentlichen Ergebnisse abgebildet werden.

Oder da ist das Erlebnis, dass Google Goggles viele meiner Handy-Bilder automatisch richtig identifiziert hat (dass der Spree-Dampfer am Bode-Museum vorbeigefahren ist, wäre mir sonst entgangen :-)).

Oder die Möglichkeit, auf dem Smartphone die Worte jetzt einfach mit dem Finger zu schreiben (fast wie vor gefühlt einem Vierteljahrhundert auf dem Palm Pilot).

Lauter "Innovatiönchen", die kein neues Geschäftsmodell begründen, aber einer grundlegenden Wahrheit geschuldet sind: Fortschritt verdankt viel der Faulheit des Menschen. Der Ansatz, das Leben bequemer zu machen, ist viel besser als alles komplizierter zu gestalten. (Für letzteres sorgen die Politiker.)

Legt man auf die einzelnen Neuerungen das Kriterium "kommt meiner Faulheit entgegen" an, dann ist die handschriftliche Eingabe wenig sinnvoll: sie ist mühsamer als z.B. Swype-Technologie, der SMS-Daumen der Kids schon sprichwörtlich und im übrigen um Längen langsamer als Siri oder Googles Voice Search.

Auf der ersten eCommerce City Lounge von Hamburg@Work hat am vergangenen Dienstag ein Vertreter der Mediterranean Shipping Company sehr deutlich auf die unerschlossenen Innovationspotentiale am "Backend" vieler Handelsprozesse hingewiesen. Bei den Reedereien würden noch vielerorts Excel-Dateien per e-Mail hin- und hergeschickt.

Lob der Faulheit - Fluch der Faulheit. Derzeit ist es offenbar bequemer, Tabellen zu schubsen, als Daten eleganter auszutauschen. Hier ist Raum für Innovation, und die Revolution steht noch bevor.

Genau solche Innovationen gibt es auch im Interaktiven Handel. Lösungen, die speziell für die vielen kleinen und mittleren Händler das operative Geschäft da erleichtern, wo nicht wirklich Herzblut und genügend Manpower liegen. Die Seed Investoren von etventure haben z.B. zwei Produkte in der Pipeline, die durchaus attraktive Lösungen bieten.

360report ist ein webbasierter Generator von Nachhaltigkeitsberichten nach GRI-Standard. Kein Ersatz für eine Zertifizierung, aber ein eleganter Weg, den Kunden und "Stakeholdern" regelmäßig Verbesserungen in der Ressourcenschonung zu dokumentieren - und zwar schön gestaltet in Prosa und auf Wunsch mit eigenem Vorwort.

Buypackaging wiederum erlaubt die Ausschreibung von Folienmaterial. Sicher kein zentrales Thema für Onlinehändler, aber gerade darum eine echte Erleichterung, wenn man nach passenden Lieferanten sucht.

Lob der Faulheit: Der E-Commerce wie überhaupt der Distanzhandel setzt sich auch deshalb so massiv durch, weil er so bequem ist. Deshalb sind solche Handels-Innovationen auch eher skeptisch zu betrachten, die vom Nutzer mehr erfordern: mehr Daten, mehr eigenes Engagement ("Customization"), mehr Risiko (Auktionen). Sie funktionieren - aber sie haben ihre Grenzen.

Und egal wie schlecht Amazon manche Produkte darstellt: Die Faulheit ist so groß, dass man doch dort kauft. Well done.

--------------

Kleiner Nachtrag: Wenn ich mir Microsofts neues Outlook ansehe, fällt mir auf, dass der gleiche Mechanismus auch gegen den Händler verwendet werden kann. Ich meine den Abmelde-Button. Bislang konnte man sich zwar schon von Newslettern abmelden, allerdings gab es nicht "den" Standard für den Abmelde-Link. Im neuen Outlook spürt Microsoft jetzt den Link auf und legt ihn hinter einen Funktionsbutton. Wenn ich zu faul zum suchen war - jetzt brauche ich nur noch auf den Abmelde-Button klicken.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 3
Tags: innovation, amazon, google, etventure
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