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Google Analytics: 97% aller Websites nicht datenschutzkonform!

verfasst am 25. September 2012 von Sebastian Schulz


Diesen Oktober findet in Wien zum zweiten Mal die Internationale Google Analytics Konferenz statt. Im Raum D-A-CH handelt es sich dabei um eine in dieser Form einzigartige Veranstaltung.

Besonders in Deutschland galt der Einsatz von profilbasierten Trackingtools spätestens seit einem Beschluss der obersten Datenschutzaufsichtsbehörden aus dem Jahr 2009 als praktisch nicht umsetzbar. Der so genannte Düsseldorfer Kreis hatte seinerzeit deutlich gemacht, dass Tracking-Funktionen unter Verwendung der vollständigen IP-Adresse nur mit ausdrücklicher – d.h. vorher erteilter – Einwilligung der User zulässig sind. Zwischenzeitlich haben sich die obersten Datenschützer auf eine Vorgehensweise verständigt, die einen konformen Einsatz von Google Analytics nunmehr doch gewährleisten soll (dazu sogleich).

Verschiedene Landesdatenschutzbeauftragte haben für das Jahr 2012 der Überprüfung des datenschutz-konformen Einsatzes von Tracking-Tools oberste Priorität eingeräumt. Im Fokus soll dabei v.a. Google Analytics stehen. In einer im Bundesland Bayern bereits im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchung stellte sich bei 97% der überprüften Webseiten eine mangelhafte Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben heraus. Gesetzliche Vorgaben, die im Falle ihrer Missachtung bußgeldbewährt sein können. Nicht nur deshalb sollte bei jedem Kampagnentracking die Rechtskonformität des Einsatzes und der Laufzeit von Cookies sichergestellt sein. Aus aktuellem Anlass möchte ich deshalb (nochmals) auf die Schritte hinweisen, die von deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden sowie durch Google selbst für einen datenschutzkonformen Einsatz von Google Analytics als notwendig erachtet werden.

Google verweist in seinen Nutzungsbestimmungen unter Punkt 8.1 darauf, dass Websitebetreiber, die Google Analytics einsetzen, „an prominenter Stelle“ eine Datenschutzpolicy vorzuhalten haben, aus der u.a. der Umstand des Einsatzes und die Möglichkeit der Deaktivierung klar hervorgehen.

Auch aus rechtlicher Sicht sollten beim Einsatz von Google Analytics verschiedene Vorgaben beachtet werden: Sämtliche Tracking-Dienste, die von deutschen Websitebetreibern eingesetzt werden, müssen datenschutzrechtlichen Vorgaben und hier vor allem denen des Telemediengesetzes (TMG) entsprechen. Gemäß § 15 Absatz 3 TMG darf der Diensteanbieter für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Telemedien Nutzungsprofile bei Verwendung von Pseudonymen erstellen, sofern der Nutzer dem nicht widerspricht. Der Diensteanbieter hat den Nutzer auf sein Widerspruchsrecht im Rahmen der Unterrichtung hinzuweisen. Diese Nutzungsprofile dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden.

Hierauf aufbauend hatten sich Google und die zuständige Hamburger Datenschutzaufsichtsbehörde im September des vergangenen Jahres auf die folgenden Guidelines geeinigt, die auch für den Webseitenbetreiber (weitere) Pflichten mit sich bringen. Im Einzelnen:

  1.  Jeder User muss  die Möglichkeit haben, gegen die Datenerhebung und -verwendung widersprechen zu können. Das von Google hierzu entwickelte Browser-Add-On steht hier zum Download zur Verfügung. Die Aufsichtsbehörden gehen davon aus, dass der Webseitenbetreiber hierauf zumindest in der Datenschutzerklärung aufmerksam macht.

  2. Der Websitebetreiber muss mit der Google Deutschland GmbH einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen. Der Vertrag muss den strengen Vorgaben des § 11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)  genügen. Google hält im Internet einen vorformulierten Vertragstext bereit, der jedoch nicht ohne vorherige Prüfung im Einzelfall als Grundlage herangezogen werden sollte.

  3. Der Webseitenbetreiber muss durch eine Konfiguration des Programmcodes von Google Analytics die Anonymisierung (Löschung des letzten Oktetts der IP-Adresse) durch Google veranlassen. Praktisch geschieht dies über die Ergänzung des Trackingcodes um die Funktion „_anonymizeIp()“.

  4. Bereits erhobene Altdaten müssen gelöscht werden. Hierfür muss Google beauftragt werden, das bestehende Google-Analytics-Profil zu löschen. Anschließend muss ein neues eröffnet werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hierdurch eine neue Web-Property-ID bzw. ein neuer Trackingcode zugewiesen wird.

Ob Ihr Webauftritt den oben aufgezeigten Anforderungen genügt, kann jetzt jedenfalls von Websitebetreibern in Bayern durch die dortige Aufsichtsbehörde auf Anfrage überprüft werden. Hierzu genügt eine E-Mail mit Angabe der jeweiligen URL in der Betreffzeile an onlinepruefung@lda.bayern.de. Websitebetreiber mit Sitz in anderen Bundesländern sollten bei der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde nachfragen, ob dort ein ähnlicher Service angeboten wird. Welche Behörde für Ihr Unternehmen zuständig ist, finden Sie hier.

Sollten Sie Anregungen und weiterführende Fragen zur Thematik haben, schreiben Sie mir gern eine E-Mail an sebastian.schulz@bvh.info.

 

 

Sebastian SchulzPermalinkKommentare 0
Tags: google, analytics, tracking, targeting, datenschutz
Views: 375

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Lob der Faulheit

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 13. August 2012


Google überrascht mich dieser Tage mit einigen Neuerungen. Da ist z.B. das sog. Knowledge Graph Carousel, mit dem bei Suchanfragen statt der langen SERP-Reihen sinnvolle Resultate in Boxen (oder Fotos) oberhalb der eigentlichen Ergebnisse abgebildet werden.

Oder da ist das Erlebnis, dass Google Goggles viele meiner Handy-Bilder automatisch richtig identifiziert hat (dass der Spree-Dampfer am Bode-Museum vorbeigefahren ist, wäre mir sonst entgangen :-)).

Oder die Möglichkeit, auf dem Smartphone die Worte jetzt einfach mit dem Finger zu schreiben (fast wie vor gefühlt einem Vierteljahrhundert auf dem Palm Pilot).

Lauter "Innovatiönchen", die kein neues Geschäftsmodell begründen, aber einer grundlegenden Wahrheit geschuldet sind: Fortschritt verdankt viel der Faulheit des Menschen. Der Ansatz, das Leben bequemer zu machen, ist viel besser als alles komplizierter zu gestalten. (Für letzteres sorgen die Politiker.)

Legt man auf die einzelnen Neuerungen das Kriterium "kommt meiner Faulheit entgegen" an, dann ist die handschriftliche Eingabe wenig sinnvoll: sie ist mühsamer als z.B. Swype-Technologie, der SMS-Daumen der Kids schon sprichwörtlich und im übrigen um Längen langsamer als Siri oder Googles Voice Search.

Auf der ersten eCommerce City Lounge von Hamburg@Work hat am vergangenen Dienstag ein Vertreter der Mediterranean Shipping Company sehr deutlich auf die unerschlossenen Innovationspotentiale am "Backend" vieler Handelsprozesse hingewiesen. Bei den Reedereien würden noch vielerorts Excel-Dateien per e-Mail hin- und hergeschickt.

Lob der Faulheit - Fluch der Faulheit. Derzeit ist es offenbar bequemer, Tabellen zu schubsen, als Daten eleganter auszutauschen. Hier ist Raum für Innovation, und die Revolution steht noch bevor.

Genau solche Innovationen gibt es auch im Interaktiven Handel. Lösungen, die speziell für die vielen kleinen und mittleren Händler das operative Geschäft da erleichtern, wo nicht wirklich Herzblut und genügend Manpower liegen. Die Seed Investoren von etventure haben z.B. zwei Produkte in der Pipeline, die durchaus attraktive Lösungen bieten.

360report ist ein webbasierter Generator von Nachhaltigkeitsberichten nach GRI-Standard. Kein Ersatz für eine Zertifizierung, aber ein eleganter Weg, den Kunden und "Stakeholdern" regelmäßig Verbesserungen in der Ressourcenschonung zu dokumentieren - und zwar schön gestaltet in Prosa und auf Wunsch mit eigenem Vorwort.

Buypackaging wiederum erlaubt die Ausschreibung von Folienmaterial. Sicher kein zentrales Thema für Onlinehändler, aber gerade darum eine echte Erleichterung, wenn man nach passenden Lieferanten sucht.

Lob der Faulheit: Der E-Commerce wie überhaupt der Distanzhandel setzt sich auch deshalb so massiv durch, weil er so bequem ist. Deshalb sind solche Handels-Innovationen auch eher skeptisch zu betrachten, die vom Nutzer mehr erfordern: mehr Daten, mehr eigenes Engagement ("Customization"), mehr Risiko (Auktionen). Sie funktionieren - aber sie haben ihre Grenzen.

Und egal wie schlecht Amazon manche Produkte darstellt: Die Faulheit ist so groß, dass man doch dort kauft. Well done.

--------------

Kleiner Nachtrag: Wenn ich mir Microsofts neues Outlook ansehe, fällt mir auf, dass der gleiche Mechanismus auch gegen den Händler verwendet werden kann. Ich meine den Abmelde-Button. Bislang konnte man sich zwar schon von Newslettern abmelden, allerdings gab es nicht "den" Standard für den Abmelde-Link. Im neuen Outlook spürt Microsoft jetzt den Link auf und legt ihn hinter einen Funktionsbutton. Wenn ich zu faul zum suchen war - jetzt brauche ich nur noch auf den Abmelde-Button klicken.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 3
Tags: innovation, amazon, google, etventure
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14.06.2012
18:59

Back to Basics: Bild schlägt Text?

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 15. Juni 2012
Neue SERP Darstellung nach dem Knowledge Graph / Quelle: Google (via sem-deutschland.de)


Zu den Leitplanken und Faustregeln des Marketing im Interaktiven Handel gehört: Bild schlägt Text. Wieder und wieder getestet. Die sogenannte Flächenbewirtschaftung in Print-Werbemitteln hat nachgewiesen, dass eine Vergrößerung der Artikel-Abbildung mit höherem Verkaufsumsatz einhergeht. Und: Das Auge orientiert sich stärker zum Bild als zum Text hin.

Daher hat mich ein Artikel im Online Marketing Blog der Agentur Aufgesang beeindruckt. Darin zeichnet Geschäftsführer Olaf Kopp (Oberster SEO- und SEA-Spezialist der Hannoveraner) die Entwicklung der Flächenbewirtschaftung der Google Suchseite nach.

In den letzten zwei Jahren haben dabei nicht nur mehr Bild-Elemente in die SERPs Einzug gehalten. Künftig werden die kostenpflichtigen Bereiche der Google-Seite deutlich mit Bildelementen aufgewertet und nehmen dann fast die Hälfte der Suchseite ein (s. Abbildung oben).

Nachdem der Nutzer eine gewissen SEA-Blindheit entwickelt hatte, forciert Google jetzt also die Aufmerksamkeit in dieser "Kassenzone" der Suchmaschine. Ob die Nutzer das langfristig schätzen, sei mal dahin gestellt. Eindeutig ist, dass künftig mehr Traffic rechts kanalisiert wird und die Bildelemente an Bedeutung gewinnen.

Google baut dabei auf den „Knowledge Graph“. So harmlos dieser im Hinblick auf die Renaissance-Maler erscheint, so deutlich wird doch, dass die visuelle Suche z.B. bei Produkten Elemente wie Farb-Varianten oder Marken-Varianten eines Produktes einschließt. Informationen aus Google Plus fließen hier natürlich ein, so dass ein relevantes Bilder-Set rechts steht, leichter für das Auge und den Kopf zu verarbeiten als der Text in den (kostenlosen) SEO-Treffern. Und das auf allen Ausgabe-Geräten, auch mobil.

Szenenwechsel: Auf dem Multichannel-Kongress unseres Partners EHI hat der E-Commerce-Chef des Münchener Modehauses Lodenfrey in einem beeindruckenden Vortrag gezeigt, wie stark das Visual Merchandising eines Einzelhändlers mit den Gesetzmäßigkeiten neuer Marketing-Plattformen im Internet korrespondiert. Und zwar on- wie offline.

So findet der stationäre Käufer in jeder Lodenfrey-Tüte eine DIN A5-Karte mit einer typischen Mode-Markenfotografie und der großflächigen Botschaft „I LIKE“. Auf der Rückseite der Karte groß das Facebook-Like-Logo und eine knappe Botschaft, warum es sich lohne, zu den Freunden des Modehauses auf Facebook zu gehören. Und die ebenfalls eher Store- als Katalog-orientierte Fotografie, die Lodenfrey auf der Foto-Plattform Pinterest einstellt, bringt täglich mehrere hundert Besucher in den Shop.

Warum ist das wichtig?

Zum einen, weil es die nach meiner Meinung wieder wachsende Bedeutung von Produktinszenierung im Internet spiegelt, ohne auch nur ein Jota von der Bedeutung hervorragenden Produktdaten-Marketings zu nehmen.

Zum anderen, weil weder das nüchterne Suchmaschinen-Foto noch das emotionale Pinterest-Bild wirklich ausreichen. Anders als im Katalog sind Bild und der zugehörige Text auseinandergerissen. Beide Bilder per se sind „schnell“ im Hinblick auf die „Micro-Conversion“ in den Shop hinein, aber „langsam“ im Hinblick auf die Conversion-Leistung im Shop selbst. Dort im Shop, nach dem ersten Klick, wird die Geschwindigkeit erst erzeugt, die den Interessenten nicht mehr vom Haken lässt. Und zwar durch die Inszenierung mit Bild und Text. Wer dort beim Angebot lahmt, verliert den Kunden und vergibt die Chance, ihn „süchtig“ auf mehr zu machen.

Der erste Klick wird in jedem Fall teurer - durch Googles Product Listing Ads wie durch die teurere Bild-Inszenierung für Pinterest & Co. Um so wichtiger, Kreation, Emotion und Angebot in den Shop zurück zu bringen.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: sem, seo, pinterest, pla, google, lodenfrey, multichannel, bild, text
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