Zur Zeit wird gefiltert nach: abofallen
Filter zurücksetzen

01.08.2012
19:40

Und nochmal: Die Button-Lösung ist überflüssig wie ein Knopf!

verfasst am 01.08.2012 von Christoph Wenk-Fischer


Heute ist sie tatsächlich in Kraft getreten. Tausende Online-Shops mussten umgestellt werden. In den Medien heißt es: "Von heute an mehr Schutz vor Abzocke im Internet". Hoch lebe die Button-Lösung! Oder?

Sicher nicht! Sie ist überflüssig im Online-Handel mit Waren, verhindert keine Abzocke durch unseriöse Dienstleister, geht am Ziel vorbei und trifft die Falschen - siehe unsere Pressemitteilungen vom 08.02.2011, 18.10.2011 und 05.03.2012, meine Blogbeiträge vom 21.03.2012, 08.02.2012 und 26.08.2011. Und - was hinzu kommt: Sie schafft neue Rechtsunsicherheit. Wie sie genau umzusetzen ist, ist  - nur ein Beispiel hier - für den Bereich des Mobile Commerce ausgesprochen problematisch. Auch ein Blick auf die heute frisch umgestalteten Shops zeigt erhebliche Unterschiede in der tatsächlichen Umsetzung: Knopf oben, unten, an der Seite, "jetzt kaufen" oder nur "kaufen" und vieles mehr.
   
Warum gibt es die Button-Lösung also?

Weil die Politik sie entgegen unserer  und vieler anderer Warnungen, kluger und überzeugender Argumente und trotz des Hinweises auf wirtschaftliche und rechtliche Folgen wollte.

Waren wir zu blöd oder träge? Haben wir nichts oder das Falsche getan?

Nein, sicher nicht. Wir haben als Branchenverband die Stimme des Onlinehandels in Anhörungen, in schriftlichen Stellungnahmen, in Einzel- und Gruppengesprächen, zusammen mit anderen Verbänden und allein, auf deutscher und auf europäischer Ebene bei Politik und in Ministerien und Kommission eingebracht. In Vorträgen, auf Pressekonferenzen, in Journalistengesprächen und Interviews und auf Podiumsdiskussionen haben wir aufgeklärt und argumentiert und uns - wenn unsere Argumente nicht mehr zu bestreiten waren - oft anfeinden und sogar beschimpfen lassen müssen. Wir haben aber auch viel Verständnis erfahren, aber letztendlich hat Europa die Buttonlösung beschlossen und die Bundesregierung und Bundestag zusammen mit Bundesrat haben sie umgesetzt.

Haben wir denn gar nichts erreicht?

Oh doch, nämlich das unter dem Primat derzeitiger Politik Machbare: Aus der eigentlich geplanten "Zwei-Klick-Vorschaltseite", dem Conversion mäßigen Supergau, ist zum Glück nur der "Zu beschriftende Bestell-Button" geworden. Und auch daran muss man erinnern: Der Bundesrat wollte die Buttonlösung sogar für reine B2B-Händler. Auch das konnten wir verhindern.

Dennoch können wir als Branche und der bvh als der Branchenverband etwas aus der Geschichte lernen:

Trotz hervorragender Entwicklung unserer Branche, die ein Job-Motor für Deutschland ist, über 160.000 Menschen zukunftsfähige Arbeit bietet, Innovationen und hervorragenden Service, bequemes und sicheres Einkaufen in einer ganz neuen Dimension ermöglicht, der Push für den Einzelhandel insgesamt ist und eine vitale Gründerszene ermöglicht, müssen wir noch viel stärker GENAU SO wahrgenommen werden. Das Internet ist kein "Hort des Bösen", wo überall Verbrechen lauert,  sondern eine riesige Chance und der Ort, wo Millionen Menschen aller Altersgruppen tagtäglich sicher und vertrauensvoll einkaufen, sich informieren und kommunizieren können. Dazu müssen wir alle zusammenarbeiten, sich alle einbringen und artikulieren und den bvh als das Netzwerk und die Interessenvertretung der Interaktiven Händler weiter stärken.

Wir laden Sie alle ein, dazuzukommen,  mitzumachen, mitzudiskutieren und so die Zukunft des Handels aktiv mitzubestimmen.

Christoph Wenk-FischerPermalinkKommentare 5
Tags: buttonlösung, button, abofallen
Views: 1729

Zurück

21.03.2012
20:33

Buttonlösung - ich bleibe dabei: überflüssig!

verfasst am 21.03.2012 von Christoph Wenk-Fischer


Am Freitag, den 30.03.2012, wird sich der Bundesrat in seinem TOP 3 noch mit der Buttonlösung befassen, dann wird sie Gesetz.

Ich mache immer noch keinen Hehl daraus, dass ich den neuen "Knopf" für den Bereich des Onlinehandels mit Waren für "überflüssig wie einen Kropf" halte. Preisangabenverordnung, Info-Pflichten, sichere Bezahlverfahren, Gütesiegel sowie Widerrufs- und Rückgaberecht schützen den Online-Käufer hinreichend und besser, also sonstwo. Gegen ein Vollzugsdefizit bei der Verfolgung "Schwarzer Schafe" hilft keine Button-Lösung.

Just da kommt heute noch ein Urteil des Landgerichts Hamburg:

Es hat einen der sogenannten "Internet-Abzocker" der eine sogenannte "Abo-Falle" gestellt hatte, wegen gewerbsmäßigem Betruges zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Es liegt damit in einer Linie mit dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main, das schon 2010 ebenfalls gewerbsmäßigen Betrug annahm.

Mehr solche Entscheidungen und die Button-Lösung wäre uns erspart geblieben!


Christoph Wenk-FischerPermalinkKommentare 1
Tags: internet-abzocke, abofallen, buttonlösung, landgericht hamburg 608 kls 8/11, oberlandesgericht frankfurt 1 ws 29/09
Views: 930

Zurück

Bundestag beschließt Buttonlösung

Verfasst am 02.03.2012 von Stephanie Schmidt


Heute wurde sie vom Bundestag beschlossen, innerhalb von drei Monaten nach der Verkündigung wird sie in Kraft treten: die sogenannte Buttonlösung, die alle im Internet abgeschlossenen entgeltlichen Verträge zwischen Verbrauchern und Unternehmern betrifft.

Ab Inkrafttreten des Gesetzes müssen müssen Unternehmer die Verbraucher unmittelbar vor Abgabe ihrer Bestellung klar, verständlich und in hervorgehobener Weise über die wesentlichen Elemente des Vertrages informieren. Hierzu gehören die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung, der Gesamtpreis einschließlich Steuern und sonstiger Preisbestandteile, eventuelle Liefer- und Versandkosten und gegebenenfalls die Vertragsdauer. Ein Vertrag kommt nur noch dann zustande, wenn der Verbraucher ausdrücklich bestätigt, dass er sich zu einer Zahlung verpflichtet. Erfolgt die Bestellung über eine Schaltfläche (Button), so muss diese entsprechend eindeutig mit den Worten "zahlungspflichtig bestellen" oder einer ähnlichen Formulierung beschriftet werden. Fehlt es an der Bestätigung bzw. an der ordnungsgemäß beschrifteten Schaltfläche, kommt ein Vertrag nicht zustande.

Diese wesentlichen Vertragselemente müssen bereits nach heutiger Rechtslage dem Verbraucher gegeben werden. Neu sind aber die besondere Hervorhebungspflicht, und die Voraussetzung der Bestätigung oder de beschrifteten Schaltfläche. Mit Inkrafttreten des Gesetzes werden sämtliche Onlinehändler daher gezwungen sein, ihre Onlineshops entsprechend umzuprogrammieren, um unwirksame Verträge und die Gefahr wettbewerbrechtlicher Abmahnungen zu vermeiden.

Mit der Buttonlösung sollen die sogenannte Internet- oder Abofallen verhindert werden, durch die zahlreiche Verbraucher in der Vergangenheit geschädigt wurden. Bei diesen melden sich Verbraucher für eine vermeintlich kostenlose Leistung auf einer Internetseite an, erhalten später aber zu iher Überraschung eine Rechnung mit dem Hinweis, dass sie einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen hätten. Obwohl in den meisten Fällen gar kein Vertrag zustande kam oder jedenfalls ein Widerrufsrecht bestand, zahlten viele der Verbraucher um größeren Aufwand zu vermeiden. 

Die Initiative, Vertrauen und Sicherheit im Internet noch weiter zu stärken, ist zu begrüßen. Für den Bereich des Handels mit Waren ist die Buttonlösung aber eigentlich überflüssig. Hier ist der Kunde durch die umfangreichen gesetzlichen Informationspflichten, die Preisangabenverordnung und das 14 tägige uneingeschränkte Widerrufs- und Rückgaberecht schon hinreichend gesetzlich geschützt. Vollzugsdefizite wird die Buttonlösung dagegen nicht kompensieren. 

Allerdings ist es erfreulich, dass der aktuelle Kompromiss keine zusätzlichen Schritte oder unangemessene Hürden für den Einkauf im Internet schafft. Die Vielzahl von Informationspflichten ist für die Kunden und Händler unüberschaubar und verwirrend. Unternehmer müssen außerdem Abmahnwellen und gerichtliche Auseinandersetzungen befürchten. Gerade für Informationen im Internet gilt: Qualität vor Quantität. Regeln, die dort klar und einfach umzusetzen sind, bringen am Ende auch den Verbrauchern den größten Nutzen.

Zu den Meldungen des Bundesministeriums für Ernährung, Verbraucher und Landwirschaft und des Bundesministeriums der Justiz.


Stephanie SchmidtPermalinkKommentare 0
Tags: buttonlösung, abofallen, kostenfallen, verbraucherschutz
Views: 711

Zurück

Anmelden

Passwort vergessen.

registrieren

« November 2012»
Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30    

Letzte Kommentare

@Jan Mönikes
08.11.2012 11:33
Englische Version?
08.11.2012 10:45
Englische Version?
08.11.2012 10:45
Das Konsumentengehirn, denkt es?
05.11.2012 15:40

Blog rolls

  • kassenzone.dekassenzone.de
  • EtailmentEtailment
  • shopbetreiber-blog.deshopbetreiber-blog.de
  • Exciting CommerceExciting Commerce

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS Reader

RSS 0.91Posts
RSS 2.0Posts

Meist gelesene Posts

Weihnachtszeit ist DDoS-Zeit
6855 Mal angesehen
21.10.2011 18:39
Der Vormarsch der Tablet-Computer
6603 Mal angesehen
06.01.2012 17:16
Herzlich willkommen Martin Groß-Albenhausen! Ciao Sabine!
6224 Mal angesehen
30.08.2011 15:16
Unser bvh-Blog startet
5864 Mal angesehen
25.08.2011 12:02