„Social Commerce“ & Mode – Mehr als die Bedienung von Stereotypen

verfasst am 02.10.2012 von Stefan Voigt


Jede Generation hat ihren eigenen Look, Stil und Geschmack. Einiges vergeht und vieles kommt wieder, doch eins bleibt, der Mensch kauft gern in Gesellschaft. Die Beschaffungswege von „Textilen & Co“ mögen sich im Laufe der Zeit verändert haben, aber verfestigte Rollenbilder scheinen bei vielen Betrachtern in ihrer Aktualität „up-2-date“. Egal ob in der Boutique oder im Onlineshop – Frauen stöbern länger und Männer kaufen schneller. Und wie es im Leben halt ist – Ausnahmen bestätigen die Regel. Eigene Erfahrungen bestätigen, der Mann ist pragmatisch, wenn er weiß was er will. Dann heißt es im Laden oftmals: „Guten Tag, ich hätte gern die Jeans XY in der Größe 30/32 und Tschüss“. Aber Mann ist nicht gleich Mann und Modebewusstsein ist mehr als öffentlich gelebte Eitelkeit.

Ob Mods oder Ivy Look, „Mann“ war schon zu jeder Zeit bemüht, seinen eigenen Stil zu finden und nach außen eine gute Figur zu machen. Stil und Geschmack sind weiche Kriterien, mal hip, mal individuell. Viele Männer sind nicht nur bei Technik „State of the Art“ sondern fashionable eingestellte Menschen. Gute Inspirationen für den neuen Look sind daher gern gesehene Hilfestellungen. Während früher neue Trends auf den Laufstegen der Städte gesehen und adaptiert wurden, ist es heute der Mix aus gewonnenen Alltagseindrücken und der modischen Recherche im Internet. Seit eh und je tauschen sich modeaffine Menschen aus und es verwundert daher nicht, dass die Verbreitung von Looks und Kaufentscheidungen im Zeitalter des Internets via „Social Commerce“ à la mode sind. Auf dieser Basis sind Geschäftsmodelle im Kommen, die es dem User ermöglichen, eine beratende Funktion gegenüber der „Online Crowd“ einzunehmen.

Dem Nutzer stehen verschieden Wege offen, modische Empfehlungen in die weite Welt des Internets zu streuen. Mit dem virtuellen Schaufenster des Münchner Unternehmens „Stylefruits“ wurde eine attraktive Form der Außendarstellung geschaffen, die eigene Kreativität mit modischen Vorlieben zu bündeln. Aus den Sortimenten verschiedener Hersteller und Interaktiven Händler wird hier munter kombiniert und eine eigene kleine Kollektion zusammengestellt, die von anderen Nutzern bewertet und bestenfalls direkt per Mausklick bestellt wird. Das eigene Outfit wird interaktiv und bietet eine Menge Gesprächsstoff auf Facebook und Twitter. Ein Wehrmutstropfen bleibt, die innovative und sich wachsender Beliebtheit erfreuende Plattform zielt derzeit ausschließlich auf weibliche Kundschaft.

Andere Anbieter, wie das ebenfalls in München ansässige Unternehmen „Stylight“, verfolgen ein anderes Konzept. Kleidungsstücke werden hier mit einem Herzen versehen, um die eigene Vorliebe für ein Produkt gegenüber der Umwelt sichtbar zu machen. Die Userkommunikation ist auch bei „Stylight“ ein essentieller Bestandteil, welche in Verbindung mit Blogbeiträgen von Modeexperten das Firmenportfolio abrundet. So erwächst aus der Modesuchmaschine eine aktive „Social Community“ mit direkter Verlinkung zum Produkt der Wahl. Darüber hinaus zeigt „Stylight“, dass „Mann“ „Social Commerce“ in Fragen der Mode nutzt.

Das Potential von „Social Commerce“ für den Interaktiven Handel sollte nicht auf den Ertrag neuer Absatzkanäle reduziert werden. Intelligente Investitionen in diesem Bereich sind mehr, denn ein engerer Draht zum Verbraucher und dessen modischen Vorlieben ist aktuell kaum erkennbar. Erkenntnisse dieser Art helfen nicht nur dem eigenen Webshop, sondern auch dem angeschlossenen stationären Handel vieler Versender. In diesem Kontext bleibt für alle modisch Interessierten Männer zu hoffen, dass bestehende Stereotypen in Zeiten des „Social Commerce“ bald der Vergangenheit angehören. Die Zeit wird zeigen, ob sich der modebewusste Mann gegenüber seinem pragmatisch eingestellten Pendant in der künftigen Außendarstellung durchsetzen kann und das gilt im wahrsten Sinne des Wortes.

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Gedanken zur NEOCOM 12 in Wiesbaden

verfasst am 01.10.2012 von Katrin Triebel


Sicherlich haben Sie schon aus Presse und Medien von der NEOCOM 12 (zuvor Deutscher Versandhandelskongress) – der Leistungsschau für Dienstleister im Interaktiven Handel gehört. 

Mit mehr als 85 Top-Managern (darunter Dr. Rainer Hillebrand - Otto Group, Alain Moreaux - Vente Privée und Dr. Bert Hentschel - Walbusch) war ein optimales Umfeld zum intensiven Erfahrungsaustausch und Dialog gegeben.

Am Vorabend von Messe und Kongress traf sich die Branche – wie in den Vorjahren - im Wies-badener Kurhaus zum Galaabend, um u.a. innovative Händler – als "Versender des Jahres" und den Gewinner des "Young Business Award" auszuzeichnen. 

Zum „Versender des Jahres“ wurde der Berliner Spielwaren- und Games-Händler Mytoys.de  gekürt und die Einkaufsplattform texil-ankauf.com, die vom Kölner Entsorgungsunternehmen Zentek betrieben wird, hat die Auszeichnung "Young Business Award" erhalten. 

Und Zentek hat den Preis m.E. völlig zu Recht erhalten. Jury-Mitglied Christine Aust (K-Mail-Order), lobte in der Laudatio das innovative Konzept: "Bei textil-ankauf.com wurde im Grunde das gesamte Prinzip des Versandhandels umgekehrt: Nicht der Händler, sondern der Kunde von textil-ankauf.com verkauft Ware und erhält im Gegenzug Geld vom Unternehmen. Dass damit Geld verdient werden kann, scheint auf den ersten Blick fast unmöglich. Mit dem Young Business Award wollen wir dieses Wagnis, etablierte Wege einmal ganz neu zu denken, honorieren."

Über die Online-Plattform textil-ankauf.com kann jeder seine nicht mehr getragene Kleidung verkaufen. Das Verkaufsprinzip orientiert sich laut Zentek an bekannten Online-Shops. Der Verkaufsshop ist der erste einer Reihe von Ankaufsplattformen, die vor einigen Wochen bereits online gegangen ist, über die Elektro- und Elektronikartikel verkauft werden können.

Ginge es nach mir, würde ich Zentek gleich für eine weitere Auszeichnung vorschlagen und für den Nachhaltigkeitspreis 2012 nominieren.

Mit dem neuen Namen NEOCOM sollte aber auch ein neues Kongressformat für das Bran-chenevent der Katalogversender, Multichannel-Händler, Online Pure-Player und Stationärhändler in Wiesbaden etabliert werden.

Werden mit dem jetzigen Konzept alle Start up- Unternehmen und jungen E-Commerce’ ler abgeholt oder ist es an der Zeit nach neuen Lösungen und Inhalten für künftige Veranstaltungen zu suchen?

Was meinen Sie?

 

 

 

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„Convergence“ – Willkommen im Zeitalter der Informationsgesellschaft

verfasst von Stefan Voigt am 27.09.2012


In den letzten Jahren ist die Verschmelzung verschiedener Teilbereiche zu einem Ganzen in keinem Bereich so schnell verlaufen wie in der Informations- und Telekommunikationstechnologie. Interaktive multimediale Plattformen prägen den Alltag und erscheinen dem User als gegebene Normalität. Dabei ist das Zusammenwachsen von Nachrichtentechnik, Informatik und Medien revolutionär und beeinflusst gesellschaftliche Veränderungsprozesse tagtäglich. Dieser Prozess beschreibt Konvergenz, welche auf technischer, inhaltlicher und ökonomischer Ebene unaufhaltsam voranschreitet.

Beispiele für Konvergenz findet man an jeder Häuserecke. Sei es diese Ecke gezielt zu suchen, indem man via Mobile dorthin navigiert und ganz nebenbei ein Telefongespräch über Voice over IP führt. Technische Konvergenz ist aber nur ein Teil dieser Erscheinungen. Die mediale Aufbereitung von Informationen über verschiedene Distributionskanäle ist ein weiteres virulentes Beispiel für anhaltende Konvergenzprozesse. Auch hier werden neue technische Plattformen eingesetzt, die mit fortschreitender Digitalisierung Grenzen zwischen passiver und aktiver Nutzung verschwimmen lassen. Es wird immer offensichtlicher, dass Interaktivität als Katalysator für Konvergenz fungiert und eine systematische Trennung einzelner Ebenen in Angesicht anhaltender Verschmelzung unwiederbringlich der Vergangenheit angehört.

Konvergenz findet statt und die damit einhergehenden Veränderungen brauchen Gestaltung. Beispielsweise ergeben sich für ein zielführendes Marketing Chancen, die durch Innovation und Synergie technischer Integration genutzt werden können. Die neue Herausforderung besteht darin die Konsumenten in der digitalen Welt anzutreffen und abzuholen, die aufgrund der Multifunktionstätigkeit ihrer Endgeräte zunehmend ortsunabhängig agieren. E-Reading und Interactive Broadcasting sind bekannte Erscheinungsformen von Konvergenz, die keiner weiteren Erklärung benötigen. Dennoch gibt es viele innovative Trends im Bereich der Konvergenz, die bestehende Strukturmuster über den Haufen werfen und neue Marketingkonzepte ermöglichen.

Einer dieser Trends heißt Print Plus. Der Name verrät bereits, dass sich der Trend mit der Weiterentwicklung klassischer Printmedien beschäftigt. Seien es neue Technologien, die Druckerzeugnisse zum Ausgangspunkt veränderter Rezeptionsmöglichkeiten werden lassen oder die inhaltliche Bereicherung des Printobjekts, die das Zukunftsbild von Papier durch gedruckte Batterien, Solarzellen und Displays nachhaltig verändern werden.

Ein weiterer Trend, der sich wachsender Beliebtheit erfreut, ist die intelligente Verknüpfung von Produkten mehrerer Unternehmen, die als Business Mashup bezeichnet werden. So entsteht ein zusätzlicher Mehrwert in Form neuer Funktionen und Dienstleistungen, der den Kaufanreiz für das jeweilige Komplementärprodukt steigern soll. Die Verbindung von Laufschuh und MP3-Player bzw. Smartphone zu einem modernen Trainingstool haben bereits gezeigt, dass Konvergenz selbst in der aktiven Freizeitgestaltung angekommen ist.   

Die Menschheit hat längst das Zeitalter der Informationsgesellschaft betreten und die zunehmende Konvergenz befeuert auf ihre ganz eigene Weise den Traum vom Perpetuum mobile. Brand Convergence, Content Convergence und Technology Convergence sind weitere von vielen anderen Convergence-Trends, die es im Rahmen des Interaktiven Schmelztiegels zu entdecken gilt. 

Einen weiterführenden Einblick in die Thematik und andere spannende Trends erwarten Sie im bvh Trendbook 2012/2013. Sie haben noch nicht das neue Trendbook?

Gleich bestellen unter www.bvh-trendbook.de.  

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