Mobile Commerce: Auf welche Trends müssen Online- und Versandhandel reagieren?

Ein Beitrag von Robert Richter, Handyshop-24.com, vom 11.03.2014

Der Versandhandel ist in den vergangenen Jahren zunehmend Internet-affiner geworden, allerdings bieten viele Online-Shops bislang noch keine spezifischen mobilen Versionen, die das Navigieren und Kaufen im Shop auch per Tablet oder Smartphone einfach gestalten. In Ergänzung zu bereits etablierten E-Commerce Lösungen gehört das Aufgreifen des Themas Mobile Commerce daher in nächster Zeit zu den besonderen Anforderungen. Wie lässt sich der mobile Shopping Trend für den Versandhandel zur Maximierung von Unternehmenszielen produktiv umsetzen?

M-Commerce erfolgreich betreiben heißt Spezifika des Online-Handels verstehen

Versandhändler, die im Mobile Commerce Sektor bislang nicht aktiv geworden sind, verschenken Potenzial. Es ist davon auszugehen, dass die Nutzerzahlen bei Shopping-Apps und mobil optimierten Webseiten weiter steigen. Für das vergangene Jahr ermittelte Statista, dass in der Bundesrepublik bereits 6 Prozent der Internetnutzer per Tablet PC oder Smartphone eingekauft haben (Quelle: Statista, Stand: 06-2013).

Eine gute Shop-Usability im E-Commerce Bereich lässt sich nicht automatisch auf den M-Commerce Bereich übertragen. Angefangen von der Produktdarstellung über die Navigation bis hin zum Bestellvorgang: Entsprechende Strategien zur Umsetzung leistungsfähiger M-Commerce Lösungen sind gefordert. Der Versandhandel muss dabei beispielsweise besonderen Wert auf die Optimierung der Performance zur Verringerung von Ladezeiten Wert legen. Ebenso wichtig ist die Anpassung des Webdesigns an die Spezifika eines mobilen Zugriffs, unabhängig davon ob welche M-Commerce Lösung konkret zum Einsatz kommt.

Produktrecherche und Shopping online

Viele Verbraucher machen bereits von den Möglichkeiten der mobilen Produktrecherche Gebrauch. Häufiger Einstieg ist dabei der Webbrowser von Smartphone oder Tablet, weshalb eine Shop-Optimierung für Tablet- und Smartphone-Nutzer nachhaltig zur Stabilisierung von Umsatzzahlen und der Erschließung neuer Marktanteile beitragen kann.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf Analysen, die das Zusammenspiel verschiedener Informations- und Vertriebskanäle thematisieren. So betont eine Studie der ECC Köln die besondere Relevanz mobiler Endgeräte für die Informationssuche und auch den Kaufprozess. Durch das gezielte Aufgreifen des so genannten Cross-Channel-Verhaltens können Versandhändler wichtige Impulse für ihre eigenen mobile Strategien gewinnen. Gemäß der Studie geht die mobile Informations- und Produktrecherche mit dem Handy bereits bei 22,5 Prozent der Smartphone-Nutzer im Alter von bis zu 30 Jahren („Smart Natives) einem Online-Kauf per Computer oder Laptop voraus (Quelle: IFH Köln). Dies verdeutlicht das Zusammenspiel von E-Commerce und M-Commerce und deren notwendige Verzahnung für Versandhändler, die online weiter erfolgreich sein möchten und dabei das Potenzial von Mobile Commerce ausschöpfen.

App-Boom als Katalysator für den M-Commerce Sektor

Wie Bitkom e.V. in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut ARIS ermittelte, werden zusätzliche Apps von 48 Prozent der Smartphone-Nutzer auf dem Gerät installiert. Insbesondere bei Online-Käufern der jüngeren Generation (14-29 Jahre) kommen Smartphone Apps gut an. Wer als Versandhändler speziell diese Zielgruppe anspricht, kann auch über eine Shopping App neues Potenzial im Mobile Commerce Bereich erschließen. Für die genauere Bewertung der Attraktivität von Investitionen in die App-Entwicklung sollte allerdings auch nicht außer Acht gelassen werden, dass  29 Prozent der Smartphone-Nutzer sich auf die Installation von kostenfreien Apps beschränken, wobei den Verbrauchern in den verschiedenen App-Stores bereits ein umfangreiches Angebot zur Verfügung steht (Quelle: Bitkom, Stand: 01-2014).

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Christin SchmidtPermalinkKommentare 0
Tags: mobile commerce, handyshop-24.com, robert richter
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11.03.2014
10:24

Verstöße gegen Datenschutznormen des TMG sind abmahnfähig

verfasst am 11.3.2014 von Sebastian Schulz

Am Ende war es allein eine Frage der Zeit. Das LG Frankfurt ist jüngst als weiteres Gericht mit der Frage konfrontiert worden, ob Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorgaben des Telemediengesetzes (TMG) zugleich auch solche gegen das Wettbewerbsrecht darstellen und deshalb von Verbraucherschutzorganisationen und Wettbewerbern abgemahnt werden können. Den Anfang hatte das OLG Hamburg im Juni letzten Jahres gemacht und geurteilt, dass in einer Verletzung der Belehrungspflicht aus § 13 Abs. TMG (vulgo: Datenschutzerklärung) zugleich ein  wettbewerbsrechtlich relevanter Verstoß gesehen werden müsse. Das Berliner Kammergericht hatte das im Jahr 2011 noch anders gesehen.

Nun hat die Frage, ob Verstöße gegen das Datenschutzrecht auch mit dem Schwert des Wettbewerbsrechts bekämpft werden können, mittlerweile einen Bart; seit mehr als 10 Jahren werden mit dieser Frage wiederkehrend Oberlandesgerichte konfrontiert. Bei der Entscheidungsfindung wird dann, so scheint es jedenfalls nach einem Blick auf einzelne Urteilsbegründungen, auch gern mal gewürfelt: Schließt man sich den OLGs Frankfurt am Main, München oder Düsseldorf an, die allesamt die Anwendbarkeit des Wettbewerbsrechts auf Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht verneinten? Oder folgt man besser Naumburg, Stuttgart, Karlsruhe oder Köln, die Bestimmungen des Datenschutzrechts als Marktverhaltensregel im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG qualifizieren? Allen vorgenannten, die Anwendbarkeit des Wettbewerbsrechts bejahenden  Entscheidungen ist gemein, dass allein die werbliche Nutzung von zuvor unrechtmäßig erhobenen, übermittelten oder genutzten personenbezogenen Daten für angreifbar erklärt wurde. Die nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erforderliche marktbezogene Regelungsfunktion der betroffenen Datenschutznorm folge aus dem auf die Förderung des Absatzes gerichteten Zweck von Werbung.

Das LG Frankfurt kombiniert in seinem Urteil vom 18.02.2014, Az 3-10 O 86-12, die o.g. Entscheidung des OLG Hamburg mit jenen vorgenannten Urteilen, die das Wettbewerbsrecht bei Datenschutzverstößen für anwendbar erklärt haben: Das Unterlassen der nach § 15 Abs. 3 TMG erforderlichen Belehrung des Users, dass der Erstellung von Nutzungsprofilen zu Werbezwecken widersprochen werden kann, ist ein abmahnfähiger Verstoß.  

Im Rahmen der Urteilsfindung sieht sich das Landgericht der Herausforderung ausgesetzt, eine trennscharfe Abgrenzung zwischen Pseudonymisierung und Anonymisierung vornehmen und darüber die Sollbruchstelle definieren zu müssen, wann das Datenschutzrecht noch Anwendung findet und wann nicht mehr. An dieser Herausforderung ist das Gericht gescheitert.

So lege es die Regelungsstruktur von § 15 TMG „nahe“, die Informationspflicht des Absatz 3 auch auf anonymisierte Daten anzuwenden. Diese Sichtweise mag mit Blick auf die zuweilen anzutreffende Kreativität einzelner Unternehmen bei Erfüllung der Pseudonymisierungspflicht aus § 15 Abs. 3 TMG nachvollziehbar sein, belegbar entlang des Gesetzes ist sie nicht. Und weil das Gericht seiner eigenen Begründung augenscheinlich selbst nicht so recht trauen mag, setzt es noch einen oben auf. Die Frage, ob § 15 TMG auch auf anonymisierte Daten Anwendung finde, „kann jedoch letztlich offen bleiben“. Denn ohnehin seien (auch) gekürzte IP-Adressen personenbezogen und unterfielen damit dem Regime des Datenschutzrechts. Das ging flott. Die in epischer Breite geführte Diskussion, ob dynamische IP-Adressen tatsächlich (stets) personenbezogen sind, wird ausgeblendet. Gleiches gilt für die – auch seitens der Aufsichtsbehörden vertretene – Einschätzung, wonach die Kürzung von IP-Adressen als veritables Mittel zur Anonymisierung derselben dienen kann. 

Die sich dann anschließenden Ausführungen des Gerichts, warum es sich bei § 15 Abs. 3 TMG auch um eine Marktverhaltensregel handelt, reihen sich in die Argumentation der oben erwähnten Gerichte, die für einen Anwendbarkeit des UWG eintreten (Stichwort: Werbung), ein. Das Landgericht Frankfurt wählt also einen anderen Pfad, als sein OLG.

Ob man die Entscheidung des LG nachempfinden mag oder auch nicht, einen unumwunden brauchbaren Hinweis gibt uns das Gericht doch noch auf den Weg: Datenschutzerklärungen gehören prominent abgebildet und auch als solche bezeichnet! Ein „Verstecken“ hinter der Schaltfläche „Kontakt“ genügt nicht.    

Was bei Erstellung eines datenschutzkonformen Webauftritts beachtet werden muss, hatten wir zuletzt anlässlich des bvh-Datenschutztages diskutiert. Eine Handreichung finden Sie hier: http://www.haerting.de/sites/default/files/pdfs/datenschutztag-datenschutzkonforme-webpraesenzen-sschulz.pdf 

PS: Die Anmeldung für den 2. bvh-Datenschutztag am 9. April 2014 ist ab sofort unter http://de.amiando.com/SXQERTB.html möglich.

Sebastian SchulzPermalinkKommentare 0
Tags: lg frankfurt, tmg, pseudonymisierung, datenschutzerklärung, uwg, wettbewerbsrecht, abmahnung
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Startschuss für den E-Commerce Manager 2014/15 - Bewerbungsstart für die geförderte Weiterbildung der Rid Stiftung

verfasst am 11.03.2014 von Christin Schmidt

E-Commerce als Schlüsseldisziplin für Handelsunternehmen verlangt nach gut qualifizierten Mitarbeitern, deren aktuelles Fach-Know-how mehr denn je Grundlage für den Geschäftserfolg ist. Für mittelständische Unternehmen ist es als Arbeitgeber im E-Commerce-Umfeld aufgrund begrenzter lokaler Bekanntheit und meist geringerer Budgetverfügbarkeit doppelt so schwer, qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter zu gewinnen, um diesen so wichtigen Bereich zielgerichtet und erfolgreich auszubauen.

Die E-Commerce-Manager-Weiterbildung setzt genau hier an und vermittelt umfangreiches Management- und Praxis-Know-How für den Ausbau des E-Commerce- und Multichannel-Geschäfts. Konkret bedeutet das: tiefgehendes Wissen über Strategien, Ziele, Aufbau, Gestaltung und Optimierung, Betrieb, Weiterentwicklung sowie Vermarktung eines Online-Shops über einen Zeitraum von 12 Monaten an die Teilnehmer zu vermitteln und somit eine schnelle Einbindung des erlernten Know-Hows in die betriebliche Praxis zu gewährleisten.    

Nach dem sehr positiven Feedback aller Teilnehmer der ersten beiden Jahrgänge des Weiterbildungsseminars bietet die Rid Stiftung auch 2014 wieder das umfangreiche Qualifizierungsprogramm zum bvh-zertifizierten „E-Commerce Manager“ mit entsprechender Förderung an. 

Die Stiftung übernimmt die Seminarkosten für 12 Plätze. Die Auswahl der teilnehmenden Unternehmen erfolgt über ein Bewerbungsverfahren. Die Bewerbung ist noch bis zum 31. März 2014 möglich. Bewerben können sich für die geförderten Plätze aufgrund der Stiftungssatzung nur mittelständische Einzelhändler bzw. E-Commerce-Unternehmen aus Bayern. Alle Informationen zum Programm und zur Bewerbung sind auf der Website der Rid Stiftung zu finden.

Für nicht förderungsfähige Unternehmen sind zwei Plätze gegen eine Gebühr von 9.990.- € zzgl. MwSt. verfügbar. Für Mitglieder des bvh reduziert sich die Teilnahmegebühr um 500,- € auf 9.490,- € zzgl. MwSt. bei Anmeldung bis zum 15. Mai 2014. Die Anmeldeunterlagen für die beiden nicht geförderten Plätze sind auf den Seiten des Programmpartners elaboratum zum Download verfügbar.

Als Zielgruppe wird der Unternehmer selbst oder der unternehmerische Nachwuchs (heutige/zukünftige Top-Führungskräfte des Unternehmens) angesprochen.
 

Christin SchmidtPermalinkKommentare 0
Tags: e-commerce manager 2014/15, elaboratum, bvh zertifikat, rid stiftung
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