Zur Zeit wird gefiltert nach: September 7
Filter zurücksetzen

Curated Shopping - ein Lücke wird geschlossen: Betreuter Online-Einkauf für Männer

verfasst am 07.09.2012 von Johanna Voigtmann


Seit sieben Monaten bin ich mittlerweile Auszubildende beim bvh. Zu meinen Aufgaben  gehören natürlich auch, mich über neue Trends der Branche zu informieren.

Auf ein interessantes Geschäftsmodell bin ich in Sachen Online-Kleiderkauf gestoßen. Es ist Anfang des Jahres aus den USA zu uns nach Deutschland gekommen und wird zurzeit nur von zwei Shops aus Berlin betrieben.  Es ist das  „Curated Shopping“ und heißt so viel wie „betreutes, organisiertes Einkaufen“.  Diese Art von Online-Shopping richtet sich nicht, wie man eventuell im ersten Moment denken könnte, an ältere Menschen, die mit dem Online-Einkauf noch nicht so ganz vertraut sind, sondern an Männer die Mode- und Einkaufsmuffel sind. 

Das Modell bietet interessante Möglichkeiten, die man nicht einmal in klassischen Ladengeschäften findet.   Als allererstes muss man einen kurzen Fragebogen beantworten mit Angaben zu Stil- und Kleidergröße, dann stellt  ein „Experte“  ein Paket mit 2 - 3 verschiedenen Outfits  (ca. 8   10 Kleidungstücken) zusammen und schickt es dem Kunden. Jeder Kunde bekommt nun seinen persönlichen „Experten“  zur Seite gestellt. den er dann auch per E-Mail oder Telefon kontaktieren kann. Dieser steht Ihm auch bei der nächsten Bestellung wieder zur Seite.  So soll ein besserer Kundenkontakt entstehen, der bei einem normalen Kaufhaus in dieser Form so nicht möglich wäre. Obendrein lernt der „Profi“ gleich den Geschmack des Kunden besser kennen und wird so auch sicherer bei der Kleiderwahl.

Jedoch finde ich die Zielgruppe fraglich, da sogenannte männliche „Modemuffel“ eigentlich nicht wirklich viel Wert  auf eine Expertenmeinung legen. Ihnen ist auch so die Kleiderwahl meist gänzlich egal. Hinzu kommt, dass der Versand und die Experten-Dienstleistungen kostenlos sind, was für den Kunden natürlich der Idealfall ist, aber wie wir wissen, ist das für die Shop-Betreiber nicht immer rentabel.

Mein Fazit: Dieses Modell ist eine tolle Idee für Menschen, die viel Wert auf Kleidung und gutes Aussehen legen, jedoch nicht die Zeit für lange Shopping-Ausflüge haben. Meiner Meinung nach hat das Konzept gut Chancen auf dem Markt, da gerade heutzutage die Gesellschaft  möglichst wenig Zeit mit dem Einkaufen jeglicher Art verbringen möchte oder kann.  Eine Idee wäre auch, dieses Geschäftsmodell mit anderen Online-Shopping Ansätzen zu verbinden, wie es eines der Berliner Unternehmen bereits tut. Zum Beispiel mit Abo-Commerce oder der Technologie von UPcload, mit der man sich über die Webcam vermessen lassen kann. 

Das würde bedeuten, dass wir  in Zukunft vor unserem Computer sitzen, uns via Webcam vermessen lassen, unser speziell zugeteilter „Experte“ unser Outfit zusammen stellt, es kostenlos zu uns nach Hause schickt, wenn es uns gefällt  geben wir gleich ein monatliches Abo auf und wenn nicht, können wir unseren, Experten anrufen und ihn persönlich zur Rechenschaft ziehen.  Es fehlt nur noch jemand der uns beim Anziehen hilft, aber wie ich die Branche kenne, lässt diese „Erfindung“ auch nicht mehr lange auf sich warten.


Christin SchmidtPermalinkKommentare 0
Tags: e-commerce, betreutes onlineshopping, modemuffel, fashion, trends
Views: 231
07.09.2012
08:43

60:90:60 - Magermodels revisited

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 7.9.2012

Starke Verkaufsfotografie zeigt einen Wunschzustand, der erreichbar sein muss. "Aspirational I" meets "Verisimilitude".


Die Ideal-Maße einer Frau beschäftigen uns erneut im Blog. Diesmal aus Marketing-Sicht.

Die "Brigitte" hat vor fast drei Jahren mutig angekündigt, auf professionelle Models zu verzichten, und stattdessen "normale" Frauen zu fotografieren. Als Chefredakteur des "Versandhausberaters" hinterfragte ich den Schritt damals:

Wenn Models 25 % leichter sind bzw. einen um ein Viertel geringeren BMI aufweisen als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe, ist das rein physiologisch schon mal bedenklich. Unter Gesichtspunkten der Verkäuflichkeit muss man es aber anders betrachten.

In der Katalogfotografie hat sich immer wieder herausgestellt, dass ein Model besser verkauft, wenn es nicht die reale, sondern die Zielvorstelung der Kunden spiegelt. Sprich: etwas jünger, schlanker, gesünder... Die Amerikaner sprechen vom "aspirational I".

Nun hat Brigitte angekündigt, wieder mit professionellen Models zu arbeiten. Die am Kiosk verkaufte Auflage ist in den vergangenen Jahren, wenn ich das richtig sehe, um rund ein Drittel gesunken. Sicher nicht bzw. nicht nur wegen zu viel Normalität - die Models wurden bei Brigitte ja gecastet. Was übrigens von den Leserinnen durchaus bemerkt und als unehrlich kritisiert wurde.

Kann man daraus den Schluss ziehen, dass es ohne Ideal-Maße nicht geht? Dagegen sprechen etliche Fakten:

  • - Anbieter wie unsere Mitglieder Skatedeluxe oder EMP und andere mehr verzichten auf Models und fotografieren innerhalb ihrer Zielgruppe.
  • - Modeblogs setzen weiterhin auf Streetstyles, übrigens je mehr, je spitzer die Zielgruppe. Ein Spezialblog wie "Hauptstadtmutti" etwa zeigt gerne, wie Kind und Stil zusammenpassen.
  • - Castings bis hin zu Ottos "Brigitte" sind starke Elemente, um den Traum vom Aspirational I zu unterfüttern.

Auch die Händler gehen in der Einbindung der Nutzer vorsichtig voran - zwei Schritt vor, einen zurück. American Apparel beispielsweise hat noch vor wenigen Jahren in seinen Katalogen und Store-Werbemitteln bewusst "hässliche" Models inszeniert. Heute finden sich zwar noch Model-Castings, aber die Fotografie ist zum "Aspirational I" zurückgekehrt.

Die von Christoph Wenk-Fischer gestern erwähnte Bloggerin fand ein Foto bei BonPrix attraktiv (Bild siehe oben), in dem Wäsche nicht in 90:60:90 fotografiert wurde. 

Der Grund, dass ich die Seite überhaupt besuchte – Versandhaus? Bonprix? das ist ja noch schlimmer als Tchibo – war dass ich bei Facebook auf dieses Bild aufmerksam wurde ... Die Frau ist hübsch, die Figur sieht ziemlich anziehend aus, das Bild ist typisch Versandhaus aber es erfüllte den Zweck mich zum Kaufen zu animieren. Mir wurde klar, dass es keinen logischen Grund gibt, warum Mode nicht an normalen Körpern gezeigt werden sollte.

Nota bene: Im Foto von BonPrix ist nichts "laienhaft", es ist durch und durch optimierte Verkaufsfotografie.

Es gibt großartige Anbieter wie Johnnie Boden, die durch kleine, persönliche Informationen zu den Models die Distanz überwinden und sie erreichbarer machen. Übrigens ein Kniff, den Brigitte mit den kleinen Geschichten um die Laien-Models ähnlich eingesetzt hat.

SportScheck hat faszinierend die Qual des Sports in seiner "Point of View"-Kampagne mit Videoclips und Fotos von Nutzern inszeniert. Aspirational I? Aber sicher - und wenn es die Bewunderung für Menschen ist, die den inneren Schweinehund überwinden.

Die Jako-o-Schwester Quiero! zeigt auf einer Doppelseite des Kataloges die Katalogmacher, die Mode gestalten, die ihnen selbst passt - auch wenn die Fotografie an professionellen Models erfolgt.

Das "Aspirational I" braucht sein Widerlager, und dieses Widerlager ist die "Wahrscheinlichkeit" oder "Glaubwürdigkeit", englisch "Verisimilitude". Glaubwürdigkeit des Produktversprechens, Glaubwürdigkeit des Models. Für die Bloggerin war das Model glaubwürdig, für Bon Prix die Abbildung verkäuferisch genug. Der Idealzustand ist erreichbar.

Verkaufen auf Distanz ist "Force Communication". In Bild und Text. Am Ende fragen Gesellschafter und Mitarbeiter: "Did it sell?"

 

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: katalog-fotografie, journelle, werbung
Views: 127

Login

Passwort vergessen.

registrieren

« September 2012»
Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Letzte Kommentare

Danke für den Hinweis
07.09.2012 10:56
Interessante Einsatzmöglichkeit
06.09.2012 22:47
Lob der Halbwahrheit :-)
28.08.2012 15:05
Sie haben Recht
27.08.2012 13:43

Blog rolls

  • kassenzone.dekassenzone.de
  • EtailmentEtailment
  • shopbetreiber-blog.de
  • Exciting CommerceExciting Commerce

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS Reader

RSS 0.91Posts
RSS 2.0Posts

Meist gelesene Posts

Weihnachtszeit ist DDoS-Zeit
4651 Mal angesehen
21.10.2011 18:39
Herzlich willkommen Martin Groß-Albenhausen! Ciao Sabine!
4506 Mal angesehen
30.08.2011 15:16
Unser bvh-Blog startet
4285 Mal angesehen
25.08.2011 12:02
Social Media Qualifikation: Besser, aber noch nicht gut
3872 Mal angesehen
06.09.2011 10:35