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60-90-60: verpasste Chancen für den Bekleidungshandel?

verfasst am 05.09.2012 von Christoph Wenk-Fischer


Wo kaufen die Kunden in Deutschland Bekleidung ein? Keine Frage - natürlich im Interaktiven Handel; und zwar 2010 (das Jahr wähle ich der Vergleichbarkeit halber) im Volumen von 12,4 Milliarden Euro (siehe bvh/TNS-Studie 2010) ). Im Volumen von 29 Milliarden Euro wurde 2010 Bekleidung stationär eingekauft (Quelle BTE).

Und, wie passen uns die ganzen Klamotten?

Sehr lesenswert ist ein Beitrag von Journelle, einer Bloggerin. Sie hat im August einen Blogpost veröffentlicht, in dem sie vielen aus der Seele gesprochen hat:

Wo kauft man Bekleidung ein, wenn man keine Idealfigur von 90-60-90, sondern eher die Maße 60-90-60 hat? Dazu hat Journelle ein "Beweis-Foto" von sich veröffentlicht und damit eine Welle ausgelöst. Auf Twitter (Hashtag: #609060) und Instragram veröffentlichen jetzt viele ihrer Leidensgenossinnen und -genossen 60-90-60-Bilder von sich. Sie demonstrieren damit Solidarität und das Bedürfnis nach Passform außerhalb der Model-Maße. Diese Kundengruppe ist groß und das Potential darin offensichtlich nicht ausreichend erschlossen - weder von den interaktiven Händlern, noch von den Läden an der Straße.

Für den Stationärhandel bedeutet das "nur" Umsatzausfall, diese Kunden nach der Anprobe nicht zufriedenzustellen. Für den Interaktiven Handel jedoch ist das Thema ganz besonders wichtig; kommt zum Umsatzausfall noch das teure Retourenthema hinzu. Dazu konnte man jüngst in der acquisa   (Heft 09/2012, S. 60 ff.) unter der Überschrift: "Die Geister, die ich rief" einiges lesen.

Daher arbeitet unsere Branche sehr intensiv an den Themen "Sortimentsstruktur", "Größenmessung" und "verlässliche Größenangaben". So gibt es Initiativen wie "Size Germany"   , an der auch der bvh mitwirkt. "Size Germany" ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Organisationen, die im Wege der Reihenmessung für eine Anpassung der Konfektionsgrößen an die Wirklichkeit sorgen. Ein anderer Umgang mit dem Thema "Passform" ist das Angebot von "Maß-Bekleidung" im Netz, wie man es auch bei bvh-Mitgliedsunternehmen findet.

Und die Sortimentsgestaltung? Für sich fündig geworden ist Journelle bei einem unserer Mitgliedsunternehmen!

Christoph Wenk-FischerPermalinkKommentare 0
Tags: mass customization, idealmaße, passform, journelle
Views: 464

Berlin – „Silicon Valley oder digitale Bohéme“? – eine kritische Würdigung

verfasst am 05.09.2012 von Stefan Voigt


Die Spatzen pfeifen es vom Dach – Berlin ist Deutschlands Internethauptstadt. Egal aus welcher Richtung es derzeit schallt, die Melodie klingt gleich. Es scheint, dass an jeder Ecke innovative Web- und Mobile-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden sprießen. In der medialen Betrachtung ist Berlin längst der europäische „Hotspot“ junger erfolgreicher Startups und einige Kommentatoren sehen bereits ein europäisches „Silicon Valley“ an den Ufern der Spree entstehen. Die fortwährende Lobeshymne auf die „digitale Bohéme“ ist mittlerweile fester Bestandteil des medial aufgebauschten Berlin-Hype, der in seiner Außendarstellung immer mehr an das Hipster-Phänomen alla „arm aber sexy“ erinnert.       

Klingt übertrieben – ist es auch! Dennoch kann ein differenzierter Blick, in Anbetracht der anhaltenden Berichterstattung über die Gründer-Metropole Berlin, kaum schaden. Das Image vom boomenden Startup-Biotop ist durchaus berechtigt, schließlich zieht die Stadt nach wie vor kreative Köpfe mit neuen Ideen an. Das heimische Netzwerk wächst kontinuierlich und die Beteiligung von Investoren und Inkubatoren an Unternehmensgründungen nimmt stetig zu. Die Zahl der Unternehmen steigt, doch konnten nur wenige von ihnen einen langfristigen Aufschrei erzeugen, deren Hall die Welt in Atem hält. Der Eindruck, dass mehr Masse als Klasse den heimischen Markt besiedelt, drängt sich dem neutralen Beobachter unweigerlich auf.   

Pauschale Äußerungen sind jedoch fehl am Platz, denn das Segment in dem technikorientierte Startups agieren, liegt vor allem im Bereich Mobile und nicht jede App besitzt das Potential den technischen Alltag der Menschheit zu revolutionieren. Nach wie vor lebt Berlin von seiner Attraktivität, die trotz Gentrifizierungsdebatte und steigenden Mieten im internationalen Vergleich Bestand hat. Dabei wird oft vergessen, dass gerade Zugezogene neue Ideen und Knowhow in die Stadt tragen. Es ist die Verbindung aus bestehenden Strukturen und neuem Geist, die ein Klima schafft, von dem die dienstleistungsorientierte Region profitiert.

„Made in Berlin“ ist längst eine eigenständige Marke. Die Hauptstadt kann und will nicht das europäische „Silicon Valley“ sein. Im Endeffekt wirken solche Vergleiche kontraproduktiv und sind mehr Bürde als Motivation. Letztendlich ist es doch der Begriff der „digitalen Bohéme“ der den Gründergeist im Herzen der Stadt stillecht erfasst. Das ganze „Geschreibe“ erzeugt wie so oft in der medialen Reproduktion eine öffentliche Erwartungshaltung die der eigentlichen Entwicklung nicht gut tut. Wie lang der Hype den Hype ernährt, wird sich zeigen. Ohne Frage die Stadt braucht den Rummel, denn neue Impulse schaffen nachhaltigen Mehrwert. Aber langfristig sollte dieser durch innovative Produkte und Dienstleistungen getragen sein. Wird der Hype vom Feuilleton getragen, blüht bestenfalls ein Nachruf. 

Stefan VoigtPermalinkKommentare 0
Tags: e-commerce, berlin, digitale bohéme, e-commerce-hauptstadt, silicon valley, startup
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Danke für den Hinweis
07.09.2012 10:56
Interessante Einsatzmöglichkeit
06.09.2012 22:47
Lob der Halbwahrheit :-)
28.08.2012 15:05
Sie haben Recht
27.08.2012 13:43

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