• <<
  • <
    1. 1
    2. 2
    3. 3
    4. 4
    5. ...
  • >
  • >>

Zur Zeit wird gefiltert nach: Martin Gross-Albenhausen
Filter zurücksetzen

19.11.2012
09:02

... and your done!

verfasst von Martin Groß-Albenhausen am 19.11.2012

 

Kennen Sie CreateSpace? Nein, das ist kein neues Immobilienportal. Mit CreateSpace macht Amazon den amerikanischen Buchverlagen das Leben schwer.

Auf CreateSpace hat mich Sherry Chiger aufmerksam gemacht, langjährige Kollegin als Chefredakteurin der amerikanischen Branchenzeitschrift "Multichannel Merchant". Sie schickte mir einen Link zu ihrem neuen Buch "Beyond Billicombe" - zu finden in ihrem eigenen Onlineshop bei CreateSpace.

Bisher waren die Verlage die Gatekeeper im Buchhandel. Das Wort Verlag kommt von Vorlegen, nämlich das Geld, um den teuren Produktions- und Vermarktungsprozess anzustoßen. Für die Autoren bleiben die mehr oder weniger großzügigen Tantiemen, wenn sie die erste Hürde überwunden haben: Die Akzeptanz des Manuskripts im Lektorat.

Wenn der Produktions- und Vermarktungsprozess aber durch die Digitalisierung als Wertschöpfungsbestandteil an Bedeutung verliert, wird automatisch der Autor aufgewertet. Sollte man zumindest meinen - nur eben nicht in den meisten Buchverlagen, die nach dem klassischen Prozess organisiert sind.

Mit CreateSpace überspringt Amazon den kompletten Verlagsprozess. Der Autor wird in einem virtuellen Verlagsbetrieb angeleitet, sein Buch selbst zu editieren. Gegen einen Aufpreis kann er für vergleichsweise kleines Geld ein hochprofessionelles Layout und Cover generieren. Die Wertschöpfung liegt in der Arbeit mit dem Autor - uneingedenk des potentiellen Verkaufserfolges. 

Amazon versorgt ihn nicht nur mit einem Platz in der Kindle-Bibliothek oder dem weltweit größten Online-Buchhandel, sondern liefert auch die Listung im Großhandel, die ISBN etc. mit. Und das auch für Amazon Europe.

Nochmal: Das gab es früher auch schon. Verlage, die Autoren das meiste selbst tun ließen und für viel Geld eine Anzahl von Büchern druckten, die die Autoren dann in der eigenen Garage lagern konnten. Was Amazon dazu gibt, ist aber ein transparenter Prozess und eine Entlastung um die Druckkosten dank Print on Demand. Kein totes Kapital mehr. Der Autor muss nur die Vermarktung anstoßen, und bekommt auch dabei Hilfe.

Ein schönes Geschäft, für Amazon. Und auch für den Autor, der vergleichsweise hohe Tantiemen erhält, vom ersten verkauften Exemplar an. 

Das Modell funktioniert, weil Autoren wie Sherry Chiger anderswo abgelehnt werden - und niemand sich ernsthaft darüber Gedanken gemacht hat, dass die Wertschöpfung eben nicht mehr im Lektorat und Druck liegt. Hier Sherrys Gedanken dazu:

I went the usual route of trying to find an agent, but while I received positive feedback about the quality of the writing, the consensus was that the book wasn’t commercial enough. I’d gone through something similar with my three previous novels, and I knew that the publishing zeitgeist had only grown more restrictive since then, so after doing some research, I decided I might as well publish it myself.

... and your done. Wertschöpfung liegt heute nicht mehr in der Produktion, sondern der Organisation des Austauschs. Wertschöpfung liegt für viele auch nicht mehr allein im unidirektionalen Prozess des Handels zwischen Hersteller und Endkunde - sondern in einem multidirektionalen Prozess der Produktentwicklung und des hybriden Modells eines Groß- und Einzelhändlers, der selbst Lieferant der Wettbewerber wird.

Was Amazon auch als erster verstanden hat.

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: amazon, buchhandel, buchverlag, createspace, wertschöpfung, geschäftsprozess
Views: 307
02.11.2012
15:45

Standortdaten - und wieder überlassen wir alles G...

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 2.11.2012

 

Ich liebe Standortdaten. Vor allem auf der Autobahn. Dort will man ja eigentlich nicht stehen, aber wenn man steht, dann richtig. Deshalb war der Ansatz des ADAC richtig, seine Mitglieder zu animieren, die Positionweitergabe durch Smartphone-Tracking zu erlauben und dadurch Rückschlüsse auf verstopfte Straßen zu ziehen. Die fließen dann wiederum in die Stauprognosen ein und ermöglichen live das Umfahren von Staus.

Für Android-Smartphones gibt es die App "Stau mobil" von der Netbiscuits GmbH. "Basierend auf den verlässlichen Daten des ADAC zeigt die App stets die aktuellsten Verkehrsinformationen auf Autobahnen und Bundestraßen an und bietet einfachen Zugriff auf die Staus in Ihrer Nähe." Das ist keineswegs eine App des ADAC, denn für ADAC-Mitglieder wiederum gibt es eine noch übersichtlichere Darstellung der Verkehrslage auf einer eigenen App. Diese greift auf  die Bewegungsdaten von Teilnehmern des oben beschriebenen ADAC-StauScanners zurück. Die Daten werden anonym und verschlüsselt übermittelt.

Warum reite ich darauf herum? Weil ich die ADAC-App inzwischen nicht mehr nutze. Google hat ebensolche Bewegungsdaten, vermutlich deutlich mehr, und warnt von sich aus durch rote, gelbe oder grüne Markierungen, wenn sich auf der vorgesehenen Strecke ein Stau entwickelt. Die Daten fließen live in Googles Navigationssystem ein. Im Herbsturlaub hat mir das mehr als eine Stunde Lebenszeit im Wagen gespart.

Um solche Bewegungsdaten hat eine Diskussion entfaltet, vom Bundesministerium schließlich mit der Aussage beendet, dass "der Handel mit Standortdaten grundsätzlich verboten" sei. Und in anonymisierter Form nur dann, wenn die Informationen an "Dienste mit Zusatznutzen" weitergegeben werden. Hintergrund war die inzwischen kassierte Absicht des O2-Eigners Telefónica, die "Standortdaten" der Nutzer mit Hilfe der GfK so zu verarbeiten, dass dadurch "actionable insights" werden.

  • Telefónica wollte mit der GfK zusammen ein Geschäftsmodell entwickeln.
  • Google braucht keine GfK.
  • Telefónica hätte die Informationen vielleicht an Außenwerber weiterverkauft, die auf dieser Basis gezielter Werbeflächen verkaufen könnten.
  • Google kann mit den Daten den Zukunftsmarkt der mobilen Werbung entwickeln.
  • Telefonica würde vielleicht im Rahmen der GfK-Kooperation dem Einzelhandel wertvolle Informationen über den tatsächlichen "Lauf" anbieten.
  • Google kann mit den Daten ein Bid-Management für digitale Displays entwickeln.

Google muss keine Daten weitergeben und kann dennoch alle diese Zukunftsdienstleistungen erbringen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat es offensichtlich nicht so mit dieser Art der Wirtschaftsförderung. Ob mit der oben zitierten lapidaren Aussage am Ende wiederum etwas mehr Macht und Kontrolle amerikanischen Konzernen überlassen wird, statt hierzulande einen vernünftigen Rahmen zu setzen - das werden wir in den nächsten 18 (oder eher 12) Monaten sehen.

Auch hier geht es um die Frage, ab wo Daten personenbezogen und nicht mehr anonym sind. Wenn Bewegungsdaten und andere Daten aus der Smartphone-Nutzung aggregiert werden, so dass am Ende die Schaufenster eher auf die Profile der Passanten zugeschnitten werden, kann das anonymisiert erfolgen. Wer die Hollister-Schaufenster sieht, die nur noch aus Screens bestehen, braucht wenig Phantasie: Natürlich kann zu jeder Tageszeit ein anderes Publikum mit anderen emotionalen Welten angesprochen werden.

Ich halte das für gut und sinnvoll und effizienzsteigernd, und Performance-Marketing in der Außenwerbung würde sicherlich der Optimierung der "Customer Journey" dienen (und: ja, man kann diese so interaktiv aufladen, dass sie messbar wird).

Vor allem aber ist es wichtig, dass es alternative Quellen für solche wichtigen Daten gibt. Wenn wir "Social" und "Mobile" den Facebook, Google, Apple und Amazon überlassen, dann wird auch "Local" bald nicht mehr in Miesbach und Chemnitz, sondern in Mountain View und Cupertino optimiert.

 

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: telefónica, standortdaten, bewegungsdaten, bvh BLOG
Views: 272

Der vergessene USP: Das Personal!

verfasst von Martin Gross-Albenhausen am 31.10.2012


In dieser Woche hat die renommierte Beratung Sapient ihr neues Trendbuch "SapientNitro Insights 2013" veröffentlicht. Wiederum eine lohnenswerte Lektüre, die viel über den "Connected Retail" der Zukunft räsonniert. (Einer der "Idea-Engineers", FK Funderburke, wird auf dem bvh E-Commerce-Tag über die Global Retail Trends sprechen - gleich anmelden!)

Laut Sapient gibt es vier Aspekte, die eine gelungene Verknüpfung von Web und Filiale benötigt:

  • Eine inspirierende Umgebung,
  • "interaktive" Produkte (die in Zusammenarbeit mit QR-Codes auf den Displays weit mehr an Informationen hervorrufen als den Preis und die Verfügbarkeit),
  • experimentierfreudige Kunden, denen der Freiraum für das Erkunden der Web-Formate gewährt wird,
  • und Mitarbeiter, die die Geräte so einsetzen, dass es ihrer ersten und wichtigsten Aufgabe dient: als Marken-Botschafter und Verkäufer.

Das bringt mich auf einen wesentlichen Punkt. Der Mitarbeiter ist ein wesentlicher USP. Das kann der Lagermitarbeiter sein, dem auffällt, dass bei Bestellungen Details fehlen - und der die Möglichkeit hat, den Kunden zu kontaktieren. Der Mitarbeiter in Callcenter und Online Customer Care. Aber auch der Data-Miner, der für sein Thema "brennt".

Und eben der Mitarbeiter auf der Fläche. Machen wir uns nichts vor: In der Regel ist nicht eine technologische Investition für den stationären Einzelhändler der große Erfolgshebel, sondern ein besserer Verkäufer.

Ob man die guten Verkäufer in einer Katalogabteilung wegspart oder nur technische CRO betreibt, oder aber die Mitarbeiter im Laden kein Händchen für den Kunden haben: da kann Technik nichts reißen und weder Einkäufer noch Marketer einen USP glaubwürdig aufbauen.

Es geht nicht um die Häuptlinge - es geht um die Indianer!

Martin Gross-AlbenhausenPermalinkKommentare 0
Tags: sapientnitro, connected retail, multichannel, pos, verkäufer
Views: 218
  • <<
  • <
    1. 1
    2. 2
    3. 3
    4. 4
    5. ...
  • >
  • >>

Anmelden

Passwort vergessen.

registrieren

« November 2012»
Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30    

Letzte Kommentare

Technischer Projektmanager
21.11.2012 11:37
Technischer Projektmanager
21.11.2012 11:36
Feedback
13.11.2012 09:59
@Jan Mönikes
08.11.2012 11:33

Blog rolls

  • kassenzone.dekassenzone.de
  • EtailmentEtailment
  • shopbetreiber-blog.deshopbetreiber-blog.de
  • Exciting CommerceExciting Commerce

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS Reader

RSS 0.91Posts
RSS 2.0Posts

Meist gelesene Posts

Weihnachtszeit ist DDoS-Zeit
7107 Mal angesehen
21.10.2011 18:39
Der Vormarsch der Tablet-Computer
6845 Mal angesehen
06.01.2012 17:16
Herzlich willkommen Martin Groß-Albenhausen! Ciao Sabine!
6433 Mal angesehen
30.08.2011 15:16
Unser bvh-Blog startet
6050 Mal angesehen
25.08.2011 12:02